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| Fachwerk |
FachwerkFachwerk ist eine gewichtsparende Stabkonstruktion (Ständerbauweise), die vor allem bei der Konstruktion von Häusern (Schweizerisch: Riegelhaus), Brücken, Türmen und im Flugzeugbau eingesetzt wird. Als Baustoff wird Holz oder Metall verwendet.
Ständerbauweise]
Konstruktion
Ständerbauweise
Ständerbauweise.]]
Ständerbauweise]
Bauteile
Das Fachwerk ist ein besonderes statisches System, bei welchem keine Biegemomente auftreten. Alle Verbindungen sind als Biegegelenke ausgeführt. Es treten nur Normalkräfte (Längskraft im Stab) und Querkräfte auf.
Beim Hausbau werden die Wände durch ein Gerüst aus Holz gebildet, dessen Zwischenräume (Gefache) ein Holzgeflecht mit Lehmbewurf ausfüllt. Die Gefache können jedoch auch mit Backsteinen ausgemauert sein, mit Lehmbausteinen verbaute werden verputzt.
Man unterscheidet dabei zwischen dem mittel- und oberdeutschen Firstsäulenbau sowie dem niederdeutschen Zweiständerbau bzw. dem Vierständerhaus. Der Fachwerkbau ist ein Skelettbau.
Als Holzart wird zumeist Stieleiche oder Traubeneiche verwendet, da sie witterungsbeständig ist und Fäulnis widersteht.
Die Hölzer haben einen Querschnitt von 10 x 10 bis 18 x 18 cm. Aufeinander treffende Teile werden meist verzapft und mit Holznägeln gesichert. Dabei werden die Löcher leicht versetzt gebohrt, damit die Zapfen ins Zapfenloch gezogen werden. Die verwendeten Holznägel haben einen Druchmesser von etwa 2 cm und sind mindestens 2 cm länger als die Stärke des Balkens beträgt, sie stehen über. Die vertikalen Hölzer werden als Pfosten, Stiel, Stütze, Stab oder Ständer, die leicht schräg stehenden als Strebe oder Schwertung bezeichnet, die horizontalen als Schwelle, Rähm, Riegel oder Pfette. Im Winkel von meist 45° verlaufende Hölzer zur Querstabilisierung nennt man Bänder, sie verbinden die senkrecht aufeinander stehenden Teile. Streben sind oft symmetrisch angeordnet und zeigen dann oft nach oben und außen.
Fachwerkträger
Mit Trägern, die aus einem Fachwerk bestehen können sehr große Spannweiten überbrückt werden, da sie im Verhältnis zu ihrer Tragfähigkeit ein sehr geringes Gewicht haben. Daher werden sie häufig im Hallenbau verwendet, da störende Stützen entfallen, die bei massiven Trägern nötig wären. Ein Nachteil dieser Träger ist ihre große Höhe und die aufwendige Herstellung. Trotzdem ist ihre Verwendung nicht zu umgehen, da sich durch kein anderes Tragwerkssystem größere Distanzen überbrücken lassen.
siehe auch: Fachwerk (Mechanik)
Schmuckformen im Fachwerk
Beim Fachwerkbau gibt es folgende Schmuckformen:
- Halber Mann
- Mann mit Fuß und Kopfband
- Wilder Mann
- Andreaskreuz
- Mann
- Stil mit Fußbändern
- Kreuzfries
- Schrägkreuzfries
- Sonnenscheiben
- Treppenfries (ca. 1470-1520)
- Bügel- oder Trapezfries (ca. 1500-1540)
- Laubstab (ca. 1520-1550)
- Fächerfries (ca. 1535-1560)
- Kettenfries (ca. 1550-1670)
- Diamantband (als Steigerung des Kettenfrieses)
- Inschriften (z.B. Nisi Dominus Frustra; Psalm 127)
- Knaggen (die Konsolen) verziert mit Heiligenfiguren, Roll- und Volutenformen oder Kerben
Geschichte
Seit dem hohen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war der Fachwerkbau die am weitesten verbreitete Bauweise für Hochbauten nördlich der Alpen. Fachwerkbauten sind jedoch auch aus den holzreichen Gegenden des ehemaligen osmanischen Reiches von Bulgarien bis Syrien bekannt. Der Lehm als Ausfachungsmaterial ließ sich einfach und kostengünstig vor Ort ausgraben (oft aus der Baugrube). Auch Holz war meist eher verfügbar als geeignete Steine und ließ sich vor allem leichter transportieren (auf dem Wasserwege geflößt). Grundsätzlich lassen sich zwei Arten der Verzimmerung unterscheiden: der ältere mittelaterliche Ständerbau (auch Geschossbau oder Säulenbau genannt), bei dem die Wandständer von der Schwelle bis zum Traufrähm durchgehen und der jüngere ab etwa 1600 gebräuchliche Rähmbau (auch Stockwerksbau genannt), bei dem jedes Stockwerk als in sich geschlossene "Kiste" hergestellt und diese „Kisten“ übereinander gestapelt werden. Hier kommt es oft vor, dass das obere Stockwerk etwas über dem unteren Stockwerk hervorragt. Neben senkrechten und waagerechten Hölzern sind auch schräg verlaufende Hölzer notwendig, um das Gefüge zu stabilisieren.
Konstruktivisch änderte sich der Rähmbau nicht mehr, lediglich die Schmuckformen änderten sich über die Jahrhunderte. Besonders in der Anordnung der schrägen Hölzer kam es in jüngerer Zeit (seit dem 15. Jahrhundert) zu schmuckartigen Gestaltungen. Gestaltungsmöglichkeiten boten darüber hinaus geschnitzte Reliefs, Muster oder Inschriften. Hier werden in Deutschland drei Stilgruppen unterschieden. Es ist Alemannische Fachwerk, das vor allem im süddeutschen Raum zu finden ist. Eine weitere Stilgruppe ist das Fränkische Fachwerk, das vor allem in Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu finden ist. Und schließlich das Niedersächsische Fachwerk, das vor allem im norddeutschen Raum vorkommt. Die Grenzen waren aber nicht statisch, so findet sich etwa in Paulinzella (Ortsteil von Rottenbach (Thüringen)) der Zinzboden des ehemaligen Klosters. Er wurde im 15. Jahrhundert mit alemannische Fachwerk errichtet.
Bis in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Alter der Fachwerkbauten anhand der konstruktiven und der stilistischen Merkmale bestimmt. Mithilfe der Dendrochronologie (naturwissenschaftliche Methode der Holzaltersbestimmung) konnte in den letzten Jahrzehnten das Alter zahlreicher Fachwerkbauten exakter bestimmt werden, wobei die ältesten erhaltenen Bauten in Süddeutschland aus dem 13. Jahrhundert und in Norddeutschland aus dem 15. Jahrhundert stammen.
Verbreitung
Deutschland
Dendrochronologie
Trotz der verheerenden Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit haben sich in Deutschland noch über eine Million Fachwerkbauten erhalten. Der Fachwerkbau bestimmt noch heute das Bild ganzer Altstädte und Dorfkerne. In der Gegenwart sind eigentlich nur die südlichen Teile Bayerns weitgehend fachwerkfrei. Allerdings finden sich hier verwandte Konstruktionsarten, etwa das Bundwerk.
Der deutsche Fachwerkbau überrascht durch die Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionsdetails und Schmuckelemente. Die regionalen Unterschiede sind sehr groß, einige Grundmuster haben sich jedoch über weite Teile, meist stammverwandter Gebiete ausgebreitet. So finden sich etwa typische Vertreter des „fränkischen“ Fachwerkbaues bis hinein ins Elsaß, das „alemannische“ Fachwerk findet sich in ähnlicher Form in Südwestdeutschland, der Schweiz und Vorarlberg. Der niedersächsische Fachwerkbau fällt besonders durch seine reichen, geschnitzten Schmuckformen auf, die in Mittel- und Süddeutschland wesentlich seltener auftreten. Hier fallen dafür die phantasievollen Fachwerkfigurationen ins Auge (geschweifte Andreaskreuze unter anderem), besonders im fränkischen Fachwerkgebiet.
Eine interessante Sonderform sind die lausitzer Umgebindehäuser, in denen sich der slawische Blockbau und der deutsche Fachwerkbau verbinden.
Frankreich
Während das Elsass wegen seiner Geschichte und Kultur überwiegend dem fränkischen und alemannischen, also deutschen Fachwerkgebiet zuzurechnen ist, weisen besonders die Normandie und die Champagne noch eine Vielzahl an typisch französischen Fachwerken auf. Hier haben allerdings die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts große Verluste mit sich gebracht. Geschlossene Stadtbilder finden sich noch im Rouen und Troyes, sowie einigen kleineren Orten.
Die Normandie besitzt zahlreiche kleinere Herrenhäuser aus Fachwerk, auch die übrige ländliche Architektur ist stark fachwerkgeprägt. Die Streben französischer Fachwerke sind oft sehr dünn und stehen senkrecht dicht nebeneinander, die Balken und Füllhölzer sind wesentlich unregelmäßiger als etwa bei deutschen Bauten. Dies ist aber offensichtlich nicht auf handwerkliches Unvermögen zurückzuführen, der unregelmäßige Wuchs des Bauholzes war offenbar meist ein bewusst intergriertes Gestaltungsmittel. Die reichen Schnitzereien mancher, besonders normannischer Fachwerke dokumentieren die hochstehende Handwerkskunst der französischen Zimmerleute eindrucksvoll.
Nachmittelalterlichen Bauten weisen oft einfache Andreaskreuze oder rautenförmige Figurationen auf. Ein besonderes Kennzeichen sind die geschwungenen Giebelblenden, die im 19. Jahrhundert auch in Deutschland gerne nachgeahmt wurden.
England
Auch die mittelalterliche Wohnarchitektur Englands war stark vom Fachwerkbau geprägt, der oft starke Ähnlichkeiten mit dem französischen aufweist. Manche Zierformen erinnern hingegen mehr an deutsche Beispiele, gelegentlich werden diese im Reichtum der Figuration sogar übertroffen.
Zahlreiche englische Städte weisen noch schöne Beispiele auf, ein guterhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt ist das nordenglische York.
Gegenwart
York
York
York
Die Fachwerkbauweise wird heute wieder bei Fertighäusern benutzt, allerdings werden die Gefache heute meist mit Ziegeln oder so genannten Sandwich-Konstruktionen ausgefüllt. Eine Weiterentwicklung ist die Holztafelbauweise oder System-Holzbau / Ingenieur-Holzbau.
Fachwerkhäuser sind sehr zeitbeständig, vor allem wenn der so genannte „Konstruktive Holzschutz“ zur Anwendung kommt, das heißt dass verschiedene Hölzer entsprechend ihrer Eigenschaften eingesetzt werden, oder ein Holzschutz durch bauliche Maßnahmen erreicht wird.
Beispiel: Für Außenverkleidungen aus Holz werden gerne sehr harz- oder paraffinhaltige Hölzer verwendet und Fassadenschutz kann baulich durch große Dachvorsprünge verbessert werden.
Auch können sie abgebaut und wieder aufgebaut werden.
In den letzten Jahrzehnten wurden viele Fachwerkhäuser restauriert und verputzte Fachwerke oft wieder freigelegt. Allerdings wurden viele dieser freigelegten Bauten ursprünglich nicht als Sichtfachwerke geplant, das Fachwerk ist hier rein konstruktiv. Oft sollte ein repräsentativer Steinbau vorgetäuscht werden, durch das Abschlagen des Putzes wird der ursprüngliche Charakter des Hauses stark verfälscht. Auch spätere Fenstereinbrüche und sonstige Veränderungen sprechen manchmal gegen eine Freilegung. In einigen alten Städten und Dörfern verbirgt sich noch so manches schöne Fachwerk hinter dicken Putzschichten, das verputzte Ortsbild ist aber seinerseits - als historisch gewachsenes Denkmal - erhaltenswert (Dinkelsbühl)
Neben der Restaurierung und Freilegung historischer Fachwerkbauten ist seit etwa 20 Jahren auch die vollständige oder teilweise Rekonstruktion kriegszerstörter Einzeldenkmäler oder Fachwerkensembles zu beobachten, die in der Fachwelt jedoch nicht unumstritten ist. Auf dem Frankfurter Römer wurde eine Platzseite nachgebaut, in Hildesheim gar der gesamte Marktplatz rekonstruiert. Im Zuge dieses Wiederaufbaues ist auch das angeblich „schönste Fachwerkhaus der Welt“, das Knochenhaueramtshaus wiedererstanden.
Siehe auch
Knochenhaueramtshaus
- Egerländer Fachwerkhaus
- Hessenpark
- Wilder Mann
- Hessenmann
- Deutsche Fachwerkstraße
- Bruch (Nümbrecht)
Literatur
Überblickswerke
- G. Ulrich Großmann: Der Fachwerkbau in Deutschland. Das historische Fachwerkhaus, seine Entstehung, Farbgebung, Nutzung und Restaurierung. 2. Auflage, Köln 1998
- Wolfgang Lenze: Fachwerkhäuser, restaurieren – sanieren - modernisieren. 3. überarbeitete Aufl. 2004, ISBN 3-8167-6431-2
Einzelne Regionen
- Wilhelm Hansen und Herbert Kreft: Fachwerk im Weserraum. Hameln 1980
- Herbert Nicke: Bergisches Fachwerk. Ein Streifzug durch Architektur und Geschichte des rechtsrheinischen Fachwerkbaus, Martina Galunder-Verlag: Wiehl 1996, ISBN 3-931251-10-1
- Ursula Pfistermeister: Fachwerk in Franken. Nürnberg 1993
- Hermann Dieter Oemler: Fachwerk in Wernigerode, Oemler-Verlag: Wernigerode 1999, ISBN 3-9805751-1-X
- Robert Slawski: Braunschweiger Fachwerk, Braunschweig 1988
- Buchreihe: Das Bürgerhaus... z.B. in Braunschweig, Verlag Ernst Wasmuth Tübingen
Weblinks
- http://www.fachwerk.de
- http://www.fachwerkhaus.de
- [http://www.brueckenweb.de/Datenbank/bruecken/auswahl2.php?typ=fachwerk Fachwerkbrücken]
- [http://www.deutsche-fachwerkstrasse.de/ Deutsche Fachwerkstrasse]
Kategorie:Fachwerk
Ständerbauweise
Die Ständerbauweise ist eine alte Bautechnik zur Errichtung von Gebäuden. Dabei wird aus senkrechten Ständern ein Wandpfostengerüst erstellt, das dann ausgefacht wird. Für die Ständer werden verschiedene Materialien verwendet, am üblichsten ist Holz und Stahl.
Die Ständerbauweise ist eine alte Kulturtechnik. Die traditionelle Holzständerbauweise ist als Fachwerk bekannt; hierbei werden die Zwischenräume (Gefache) meist mit Mauerwerk, Holzbohlen oder einem Holzgeflecht mit Lehmbewurf ausgefacht. Moderne Ständerbauweise ist in Mitteleuropa wenig, in den USA aber sehr verbreitet. Sowohl bei Holz- als auch Metallständerbauweise werden die Ständer meist mit Holz- oder Gipskartonplatten beplankt und mit einem Dämmstoff ausgefacht.
Der Unterschied zur Skelettbauweise besteht darin, daß nicht nur das Rahmengerüst erstellt wird, sondern im gesamten Verlauf der Wand abstützende Ständer verwendet werden.
Kategorie:Baukonstruktion
Kategorie:Fachwerk
GerüstEin Gerüst ist einmal eine vorübergehend errichtete Hilfskonstruktion (meist aus Holz oder Metall) zum Errichten und Ausbessern von Bauwerken. Im übertragenen Sinne bezeichnet Gerüst aber auch einen Plan, Entwurf oder Aufbau, der eine Ausführung grundlegend vorbereitet (Gedankengerüst, Gerüst für den Roman etc.)
Allgemein bezeichnet man als Gerüst auch eine Kletterhilfe, die das Erreichen gewisser Höhen ermöglichen soll. Es gibt dabei Spielgerüste und solche zum Bau.
Beim Bau verwendet man Gerüste, um Arbeiten an der Hausfassade oder am Dach zu erleichtern. Gerüste bestehen aus eigentlich sehr wenigen Einzelteilen.
Es gibt dabei die senkrechten Stützen, die sich mit einem Gewinde an Bodenunebenheiten anpassen lassen. In mehreren Ebenen werden dann "Etagen" in das Gerüst eingarbeitet, das heißt, es werden waagerechte und auch begehbare Seitenteile zwischen den Stützpfeilern verankert. Diese mehr Brettern ähnlichen Aluminiumteilen dienen nicht nur dem Begehen des Gerüsts, sie manifestieren auch die eigentliche Statik.
Um nun von einer Ebene des Gerüsts in eine andere zu gelangen, befinden sich im Boden der jeweiligen Etagen an einem Punkt jeweils eine Luke und darunter eine Leiter.
Damit ein Gerüst nicht einfach umkippt, wird es am Gebäude verankert.
Kategorie:Bauausführung
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Holz
Holz (v. althochdt.: holz = Abgehauenes) bezeichnet die feste harte Substanz des Stammes, der Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern. Es wird in den Pflanzen von den Zellen des Meristems gebildet. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist eine der ältesten Nutzpflanzen.
Es besteht aus:
- Zellulose (40-50 %)
- Lignin (20-30 %)
- Hemicellulose (Polyosen) (20-30 %)
- Akzessorische Bestandteile (auch Begleit-, Inhalts- oder Extrastoffe) (1-3 %, Tropenholz bis 15 %!): Fette, Stärke, Zucker, Eiweiß, Phenole, Wachse, Pektine, Gerbstoffe (nur bei Laubhölzern), Sterine, Harz, Terpene
- Asche (0,1-0,5 %, Tropenholz bis 5 %)
Im Wald befindliches, nicht lebendes Holz nennt man auch Totholz.
Gewinnung und Verwendung
Bei der Gewinnung von Holz für industrielle oder sonstige Zwecke ist zwischen nachhaltiger Forstwirtschaft und devastierendem Raubbau zu unterscheiden.
Holz wird genutzt als:
# Brennstoff: Holz weist als nachwachsender Rohstoff eine extrem günstige Energiebilanz auf, ohne dass die Produktionsfläche nur der Produktion dient. Aus diesem Grund fand Holz Verwendung als Brennstoff in Holzöfen. Durch die Entwicklung bequemer Befeuerungsanlagen wie der Holzpelletheizung oder die einfache Handhabung von Hackschnitzel kommt die Nutzung von Holz als Brennstoff inzwischen wieder häufiger vor.
# Rohstoff für Zellstoff, aus dem wiederum Papier hergestellt werden kann.
# Rohstoff für chemische Prozesse.
# Baustoff (Bauholz): Das höchste Holzgebäude der Welt steht in Magdeburg, Deutschland. Es handelt sich um den Jahrtausendturm (eröffnet 1999 im Rahmen der Bundesgartenschau auf dem Gelände des Elbauenparks).
# Ausgangsstoff für Holzwerkstoffe wie beispielsweise Spanplatten, Tischlerplatten oder Sperrholz.
# für Energieversorgungsmasten und Holzschwellen für die Eisenbahn stellt es mit seinen hervorragenden Eigenschaften, auch als nachwachsender Rohstoff, eine sinnvolle Möglichkeit der Nutzung dar.
# Material für Möbel in Form von Massivholzplatten, Furnier
# Rahmenkonstruktion im Fenster-Bau
# Gebrauchtes Holz wird als Altholz bezeichnet und dient zerkleinert als Rohstoff für die Holzwerkstoffindustrie. Altholz wird zunehmend aber auch als Brennmaterial in Biomassekraftwerken zur regenerativen und CO2-neutralen Energiegewinnung genutzt.
# Ausgangsmaterial für die Herstellung von Branntwein, siehe Holzbranntwein
# Klanghölzer für Musikinstrumente
Holzarten
Nadelholz
Holzbranntwein
Entwicklungsgeschichtlich sind Nadelhölzer älter als Laubhölzer, haben daher einen einfacheren anatomischen Zellaufbau und besitzen nur zwei Zellarten.
#Tracheiden: Langgestreckte (prosenchymatische) an den Enden spitz zulaufende Zellen, die nur mit Luft oder Wasser gefüllt sind. Sie haben einen Anteil von 90-95 % der Holzsubstanz. Über so genannte Tüpfelpaare erfolgt der Wasseraustausch zwischen den Zellen. In radialer Richtung sorgen die Holzstrahlen (Quertracheiden) für den Wassertransport. Sie haben einen Anteil von 4-12 % an der gesamten Holzsubstanz.
#Parenchymzellen: Meist rechteckige Zellen, die die Leitung von Nähr- und Wuchsstoffen sowie die Speicherung von Stärke und Fetten übernehmen. In radialer Richtung bilden sie ebenfalls Holzstrahlen und umgeben die Harzkanäle, hier spricht man dann auch von Epithelzellen. Diese Epithelzellen produzieren das Harz, welches sie in den Harzkanal ausscheiden. Auch Nadelbäume, die keine Harzkanäle besitzen (z.B. Tanne), können so im Falle einer Verwundung traumatische Harzkanäle bilden.
Die Nadelbäume Fichte, Lärche, Kiefer und Douglasie besitzen Harzkanäle, Eibe, Tanne und Wacholder nicht.
Laubholz
Wacholder
Die Zellen von Laubholz sind wesentlich differenzierter als die von Nadelholz. Man kann sie in drei funktionale Gruppen einteilen.
#Leitgewebe: Gefäße (Tracheen), Gefäßtracheiden, vasizentrische Tracheiden. Die beiden letzteren sind Zwischenstufen in der Entwicklung von der Tracheide zum Gefäß.
#Festigungsgewebe: Libroformfasern, Fasertracheiden
#Speichergewebe: Holzstrahlenparenchymzellen, Längsparenchymzellen, Epithelzellen
Charakteristisch für Laubhölzer sind die in Nadelhölzern nicht vorhandenen Gefäße. Sie sind oft mit bloßem Auge als kleine Löcher im Holzquerschnitt und als Rillen im Tangentialschnitt zu erkennen. Man unterscheidet hier, je nach Anordnung dieser Tracheen, ringporige Hölzer (z. B. Eiche, Edelkastanie, Esche, Robinie, Ulme ...), halbringporige Hölzer (z. B. Nussbaum, Kirsche ...) und zerstreutporiger Hölzer (z. B.Birke, Erle, Linde, Pappel, Rotbuche, Weide ...).
Tropenholz
Weide]
Der Begriff Tropenholz ist eher unpräzise und nicht alternativ zu Laub- oder Nadelholz zu verstehen. Er bezeichnet aus mitteleuropäischer Sicht die in den tropischen oder subtropischen Regionen der Erde wachsenden Holzarten. Viele tropische Hölzer zeichnen sich durch vorteilhafte mechanische Eigenschaften und höhere Beständigkeit gegen Bewitterung, Insekten- oder Pilzbefall aus, oftmals wird auch die Farbe oder Maserung als ansprechend empfunden. Der Konsum von Tropenholz wurde in den Industrieländern seit den 1970er Jahren kritisch diskutiert, da der Bestand der tropischen Regenwälder unter anderem durch Raubbau gefährdet ist. Andererseits stellt Holz einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für viele tropische Länder dar und ist (wie auch in den gemäßigten Zonen) eine wichtige Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung.
Beispiele: Bangkirai, Bongossi, Abachi,Teak,Framiere
Verkernung
Als Splintholz bezeichnet man den Bereich des Stammes, der aktiv am Wasser- und Nährstofftransport teilnimmt.
Bei Splintholzbäumen (z. B. Bergahorn, Birke, Erle, Pappel, Spitzahorn, Weißbuche ...) ist es der ganze Stammquerschnitt. Er weist eine einheitliche Farbgebung auf.
Von der Verkernung von Holz spricht man, wenn die inneren Wasserleitbahnen des Stammes unterbrochen werden und die Zellen absterben. Dies geschieht bei Nadelhölzern durch Verschließen der Hoftüpfel und bei Laubhölzern durch eine Verthyllung und ein Füllen der Zelllumen. Danach werden Kerninhaltsstoffe gebildet und in die Zellwände eingelagert, was oft zu einer Erhöhung der natürlichen Dauerhaftigkeit führt. Ist der Kernbereich deutlich durch eine dunkle Färbung zu erkennen, spricht man von Kernholzbäumen (z. B. Eiche, Walnuss, Kiefer, Kirschbaum, Douglasie, Lärche, Robinie ...).
Wenn kein Farbunterschied zu erkennen ist, aber über den verringerten Feuchtigkeitsgehalt darauf geschlossen werden kann, dass der Innenbereich verkernt ist, spricht man von Reifholzbäumen (z. B. Fichten, Tanne, Linde, Birnbaum, Rotbuche ...).
Bei Kern-Reifholzbäumen (z. B. Esche, Ulme ...) ist der Kern farblich abgesetzt, gefolgt von einem Reifholzbereich, der ebenso wie der Kern nicht mehr am Nährstofftransport teilnimmt und einem äußeren Splintbereich.
Entstehung von Holz
Kern-Reifholzbäumen; 2 = Harzkanäle; 3 = Primäre Holzstrahlen; 4 = Sekundäre Holzstrahlen; 5 = Kambium; 6 = Holzstrahlen des Bastes; 7 = Korkkambium; 8 = Bast; 9 = Borke]]
Die Entstehung von Holzsubstanz findet in teilungsfähigen Zellen der Pflanze statt. Man unterscheidet hier zwei verschiedene Arten von Bildungsgeweben (Meristeme):
- Das Scheitelmeristem (Vegetationskegel) sorgt für das Längenwachstum (primäres Wachstum) an den Spross-, Zweig- und Wurzelspitzen.
- Das Kambium, welches sich zwischen Holz und Rinde befindet, sorgt für das Dickenwachstum (sekundäres Wachstum). Bei der Teilung einer Kambiumzelle entstehen zwei gleiche Zellen, von denen jedoch nur eine ihre Teilungsfähigkeit behält und zu einer neuen Initialzelle heranwächst. Aus der anderen wird eine Dauerzelle die sich noch ein- oder mehrmals teilt. Schließlich entsteht je nach Lage eine Bastzelle (Phloem), aus denen die Innenrinde und die daraus später entstehende Borke besteht, oder eine Holzzelle (Xylem). Hierbei ist zu beachten, dass die Zellteilung nach innen, also die Bildung von Holzzellen wesentlich öfter stattfindet und so der Rindenanteil am gesamten Stamm nur etwa 5-15 % beträgt. Nachdem sich die Dauerzelle ein letztes mal geteilt hat, findet eine Differenzierung der Holzzelle zu einer Leitungs-, Festigungs- oder Speicherzelle statt.
In unseren Breiten gibt es klimatisch bedingt vier Wachstumsphasen:
- Ruhephase (November-Februar)
- Mobilisierungsphase (März, April)
- Wachstumsphase (Mai-Juli): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind großlumig, dünnwandig und von heller Farbe und bilden das so genannte Frühholz.
- Depositionsphase (August-Oktober): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind kleinlumig, dickwandig und von dunkler Farbe und bilden das so genannte Spätholz bzw. Herbstholz.
Durch dieses zyklische Wachstumsverhalten entstehen Jahresringe, die deutlich in einem Querschnitt durch einen Stamm erkennbar sind (siehe auch Dendrochronologie).
Bei manchen Bäumen entsteht ab einem Alter von etwa 20-40 Jahren im Inneren das Kernholz. Im Gegensatz zu dem Splintholz besteht es nur noch aus toten Zellen. Hier findet also keine Wasserleitung oder Speicherung von Nährstoffen mehr statt.
Aufbau der Zellwand
Bewegt man sich von außen in das Innere einer Holzzelle, durchschreitet man mehrere Schichten die zusammen die Zellwand bilden und unter einem Elektronenmikroskop erkennbar sind. Zwischen den Zellen befindet sich die Mittellamelle, die zusammen mit der Primärwand die so genannte Mittelschicht bildet. Danach folgt die Sekundärwand 1 (S1) und Sekundärwand 2 (S2), wobei die S2-Schicht die mächtigste und dominierenste ist. Die anschließende Tertiärwand (S3) wird von einer Warzenschicht bedeckt und bildet den Abschluss. Die einzelnen Schichten oder Lamellen bestehen aus Fibrillen (Mikrofibrillen), die wiederum aus Elementarfibrillen (Mizellen) gebildet werden. Elementarfibrillen sind Bündel aus mehreren Zellulosemakromolekülen, die aus 10 - 14.000 Glukosebausteinen bestehen und in eine Matrix aus Hemizellulosen und Lignin eingebettet sind und bilden amorphe und kristalline Bereiche. Das Quellen und Schwinden des Holzes bei Wasseraufnahme und Abgabe lässt sich durch die Orientierung dieser kristallinen Bereiche, in denen die Elementarfibrillen streng parallel verlaufen, dicht gepackt sind und eine Wassereinlagerung praktisch nicht stattfindet, in der dominaten S2-Schicht erklären. Hier sind diese Bereiche so gut wie parallel zur Stammachse angeordnet; amorphe Bereiche in denen deutlich mehr Wasser gebunden werden kann und das Volumen so vergrößert wird sind in radialer und tangentialer Stammrichtung also häufiger anzutreffen als in Stammlängsrichtung, in welcher das Holz deshalb 10 - 20mal weniger Quellungsverformungen aufweist. In der verhältnismäßig dünnen S1- und S3-Schicht verlaufen die kristallinen Bereiche orthogonal zu denen in der dicken S2-Schicht.
Einsatzbereiche
orthogonal
Wie jeder andere Werkstoff hat auch Holz seine Vor- und Nachteile. Unter ökologischem Gesichtspunkt ist die Reproduzierbarkeit sicherlich ein wichtiger Punkt, doch auch die leichte Bearbeitbarkeit und der damit verbundene niedrige Energiebedarf bei der Gewinnung sowie bei der Verarbeitung spielen hier eine wichtige Rolle. Wandert das Holz schließlich auf den Müll oder fallen bei der Produktion Abfälle an, kann es problemlos entsorgt werden. Im Idealfall kann es sogar kompostiert werden.
Lassen Begleitstoffe wie Holzschutzmittel, Lacke oder Leime dies nicht zu, ermöglicht moderne Rauchgasreinigung auch in diesen Fällen eine thermische Nutzung.
Aufgrund seines geringen Wärmeleitvermögens ist Holz ein hervorragendes Dämmmaterial (z. B. Faserdämmplatten, Balsa zur Isolation von Flüssiggastanks). Zudem ist Holz relativ resistent gegen Chemikalien, so wird Holz erst bei einem pH-Wert unter 2 oder über 9 angegriffen.
Zur Brandgefährlichkeit von Holzhäusern ist anzumerken, dass Holz bei großen Dimensionen als brandhemmend eingestuft ist, da auf seiner Oberfläche unter Feuereinwirkung eine Kohleschicht entsteht. Auch durch die Art der Bauweise und durch bestimmte Anstriche lässt sich die Widerstandsdauer einer Holzkonstruktion steigern. Die Gebäudestabilität sinkt im Brandfall langsam und abschätzbar durch die Abnahme der Masse. Bei Stahlkonstruktionen können dagegen hitzebedingte Verformungen zum plötzlichen Zusammenbruch führen, s. a. Weblink [http://www.pro-fertighaus.de/html/body_bau_lexikon.html]. Prinzipiell steht dem Bau selbst von Hochhäusern aus Holz nichts entgegen; dies ist aber aus statischer Sicht nur für die obersten Etagen überhaupt sinnvoll und aufgrund der Pflegeanfälligkeit (Holzschutzmittel) nicht ökonomisch.
Holzschutzmittel
Im Unterschied zu Metallen ist Holz elektrisch nicht leitfähig. Aus diesem Grund baute man in den dreißiger Jahren zahlreiche Sendetürme für Mittelwellensender aus Holz, wobei der Antennendraht im Innern des Turmes aufgehängt wurde. Mit Ausnahme des Sendeturms des Sender Gleiwitz wurden alle diese Bauwerke entweder am Ende des 2. Weltkriegs zerstört oder inzwischen abgerissen. Weiterhin nutzt die Deutsche Telekom AG in Brück zwei 54 Meter hohe Holztürme, die ohne Verwendung von Metallteilen hergestellt wurden. Diese dienen zur Aufnahme von auszumessenden Antennen. Durch die metallfreie Konstruktion der Türme ist ein ungestörtes Ausmessen der Antennendiagramme möglich.
Die Brennbarkeit kann natürlich auch als Nachteil ausgelegt werden. Ebenso können Wuchsmerkmale oder Holzfehler positiv wie negativ gewertet werden. Ein wesentlich größerer Nachteil von Holz ist seine Anfälligkeit gegenüber biotischen Faktoren, es kann also von z. B. Insekten, Pilzen oder Bakterien angegriffen werden und in seiner Substanz nachhaltig zerstört werden.
Über einen langen Zeitraum schädigt auch UV-Strahlung das Holz. Dabei reagiert das Lignin als Kittsubstanz und kann danach z. B. vom Regenwasser ausgespült werden. Zudem wird das Holz unter UV-Einwirkung grau wie Beton. Die Wirkung des Sonnenlichts ist auf die äußeren Schichten begrenzt, ihr kann durch Lackierung begegnet werden.
Ein weiterer Minuspunkt ist die hygroskopische Eigenschaft von Holz, d. h. es kann Wasser aufnehmen und abgeben. Die Holzfeuchtigkeit passt sich ihrem Umgebungsklima an. Diese Feuchtigkeitsänderungen unterhalb des Fasersättigungspunktes gehen mit Formänderungen einher (es quillt und schwindet), die auch noch abhängig von den drei anatomischen Grundrichtungen des Holzes sind. So schwindet Holz z. B. in tangentialer Richtung am meisten. Genaueres steht im Abschnitt Aufbau der Zellwand weiter oben.
Diese Nachteile lassen sich durch konstruktiven Holzschutz - die Anwendung oft alten Wissens, wie Holz zu verbauen ist - umgehen. Eine neue Möglichkeit, Holz gegen Feuchtigkeitseinflüsse unempfindlicher zu machen, ist der Thermoholz-Prozess.
Die langfristige Nutzung von Holz stellt einen über die natürliche Zersetzung hinausgehende CO2-Speicherung dar.
Zertifizierung
Im Zuge der Diskussion zur nachhaltigen Bewirtschaftung in den Tropen wurden angesichts des dort überwiegenden Raubbaus weltweit gültige Kriterien für eine nachhaltige Waldwirtschaft diskutiert und Siegel entwickelt, die zur Zertifizierung von ökologisch- und sozialverträglich produziertem Holz verwendet werden.
Das für die Tropen wichtigste Siegel wird vom Forest Stewardship Council (FSC) vergeben. In den gemäßigten Zonen ist dagegen PEFC von überwiegender Bedeutung. Beide Systeme sind hinsichtlich ihrer Kriterien neben den naturräumlichen Gegebenheiten an staatlichen Verwaltungseinheiten gebunden. 2 der bekanntesten Hölzer: Teak und Mahagoni
Holzmängel
Allgemein: Wuchsmerkmal
Hier: nur Rissbildungen:
Natürliche Mängel
- Frostrisse: Senkrechte Spaltung durch Zusammenziehen des Splintholzes bei großer Kälte
- Blitzrisse: verlaufen radial und weisen einen nachgedunkelten Rand auf
Trockenmängel
- Trockenrisse: Radialer verlauf von außen nach innen, radiale Schwindrisse
- Kernrisse: Verlauf von außen nach innen, durch überschnelle Austrocknung an der Schnittlänge beginnend
- Sternrisse: Wie Kernrisse, entstehen nach dem Fällen am Stammende
- Ringrisse: Im Kern- und Reifholz längs der Jahrringe entstehend
Zitate
- "Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder." - Theodor Heuss
Siehe auch
- Hölzer
- Holzmiete
- Forstwirtschaft
Literatur
- R. Bruce Hoadley: Holz als Werkstoff. O. Meier Verlag, Ravensburg 1990, ISBN 3473425605
- P. Niemz: Physik des Holzes und der Holzwerkstoffe. DRW-Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3871813249
- Wagenführ Holzatlas Fachbuchverlag Leipzig, Leipzig 1996, ISBN 3-446-00900-0
- H.H. Bosshard Holzkunde Teil 1-3 Birkhäuser Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-7643-1328-5
- Paul Lehfeldt: Holzbaukunst[Reprint]. Reprint-Verlag Leipzig, Leipzig und Holzminden o.J., ISBN 3-8262-1210-X
- Anselm Spring, Maximilian Glas: Holz. Das fünfte Element. Frederking & Thaler, München 2005, ISBN 3-89405-523-5
- Udo Mantau, Jörg Wagner, Janett Baumann: Stoffstrommodell HOLZ: Bestimmung des Aufkommens, der Verwendung und des Verbleibs von Holzprodukten. Müll und Abfall 37(6), S. 309 - 315(2005),
Weblinks
- [http://www.regenwaldschutz.de/austausch.shtml Vergleich tropische/einheimische Hölzer]
- [http://www.holz-voegel.de/Holzer/holzer.html Liste verschiedenster Holzarten]
- [http://www.holzwurm-page.de/holzarten/abisz.htm Sammlung verschiedenster Holzarten mit Bildern]
- [http://www.hobbithouseinc.com/personal/woodpics/indextotal.htm Bildersammlung von Holzarten (englisch)]
- [http://www.pentol.ch/lexicon.asp?code=10 Holzlexikon]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/ringteach.html Linkverzeichnis zu Holzanatomie und Dendrochronologie (in Englisch)]
- [http://www.bfafh.de Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.holz.net Suchmaschine rund ums Holz]
- [http://www.tischlerlinks.de/links/Werkstoffe/ Ausführliche Linkliste Thema Holz]
- [http://www.infoholz.de Holzabsatzfonds, Absatzförderungsfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.informationsdienst-holz.de Informationsdienst Holz]
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz Verkieseltes Holz im Mineralienatlas]
- [http://www.holzcheck.at FSC Holzprodukt Datenbank]
ja:木材
!Holz
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Forstwirtschaft
LehmbauLehm ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit. Er ist leicht verfügbar und relativ einfach zu verarbeiten. Daher ist Lehm auch heute noch das Baumaterial der Wahl in vielen Ländern. Auch in Europa wurden in den letzten Jahren vereinzelt wieder Experimente angestellt, mit Lehm zu bauen.
Das Klima in Lehmhäusern ist angenehm, da der Lehm ein hohes Wärmespeicherungsvermögen aufweist und damit temperaturausgleichend wirkt.
Auch die Luftfeuchtigkeit wird stabilisiert, da Lehm Feuchtigkeit speichert, und langsam aufnimmt oder abgibt.
Zusammensetzung
Der zum Bauen verwendete Lehm ist eine Mischung aus Ton, Schluff (Feinstsand) und Sand, die feucht in Form gebracht und dann getrocknet wird.
Wenn der Lehm zu viel Sand enthält, wird er bröckelig; zu viel Ton bewirkt, dass er Risse bekommt.
In vielen Gegenden wird dem Lehm Stroh zugesetzt; dies ist nicht unbedingt erforderlich, bewirkt aber eine geringere Dichte des entstehenden Materials und damit bessere Wärmedämmeigenschaften. Außerdem wirkt das Stroh als Armierung der Rissbildung entgegen. Teilweise wird auch Kuhdung beigemischt.
Bauweisen
Wärmedämmeigenschaften.]]
Generell sind die Mauern von Lehmgebäuden massiv angelegt.
Lehmbau kann sowohl mit luftgetrockneten Ziegeln als auch im Stampflehmbau durchgeführt werden. Zum Mauern mit Ziegeln wird als Mörtel und zum Verputzen das gleiche Material wie zur Herstellung der Ziegel verwendet. Beim Stampflehmbau ist ein meist hölzerner Rahmen erforderlich.
Manchmal werden Holzbalken in die Lehmwände eingebaut, um Tür- oder Fenstersimse zu erhalten, oder um innen Befestigungen vorzunehmen. Lehmhäuser werden meistens außen mit Holz verschalt, um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen. Zementhaltige Putze haben ein anderes Ausdehnungsverhalten bei Temperaturänderungen als Lehm und sind daher als Fassadenaußenhaut ungeeignet. Außenputze für Gefache von Lehmwänden enthalten Ziegelmehl, Kalk und nur geringe Mengen von Zement.
Neuerdings sind in Europa industriell gefertigte Lehmbausteine, unterschiedlicher Formate, Lehmwandplatten, z.T. mit Nut und Feder, und Lehmputze für den Innenausbau erhältlich.
Dämmung
Aufgrund ihrere massiven Bauweise sind Lehmwände ausgezeichnete Wärmepuffer.
In warmen Gebieten sollte eine Wand so dick angelegt sein, dass sie sich im Laufe eines Tages nicht durchgängig aufwärmt, so dass es im Gebäudeinneren kühl bleibt.
In kühlen Gebieten sollte die Wärmedämmung an der Außenwand angebracht sein. Die massive Lehmwand wirkt dann als Wärmespeicher.
Eignung
Durch Nässe wird ein Lehmbau schnell beschädigt, oberflächliche Feuchtigkeit dagegen richtet keinen Schaden an.
Daher ist es in nassen Klimaten erforderlich, die Außenwände durch geeignete Schalung aus Holz oder entsprechende Dachüberstände zu schützen und für Drainage des umgebenden Geländes zu sorgen. Lehmwände sollten stets eine Steinschicht oberhalb des Erdreichs mit aufliegender Trennlage besitzen, um nicht Nässe aus dem Boden ziehen zu können.
In trockenen Gebieten sind Lehmgebäude sehr dauerhaft. Sie sind traditionell im mittleren Osten, in Nordafrika, in Spanien (Mudejar-Architektur), bei den Pueblo-bauenden Indianern Nordamerikas und in den Anden in Gebrauch.
Bekannte Lehmbauten
Das größte Lehmgebäude der Welt war die Zitadelle der iranischen Stadt Bam, die in einem Erdbeben am 26. Dezember 2003 weitgehend zerstört wurde. Zahlreiche Lehmgebäude finden sich auch in der Stadt Djenné des Staates Mali. Die Stadt zählt ebenso wie die Große Moschee von Djenné zum Weltkulturerbe.
Bekannt ist auch die Lehmarchitektur im Südwesten der arabischen Halbinsel. Sanaa als jemenitsche Hauptstadt verfügt über großflächige Stadtteile in Lehmarchitektur.
Das von der UNESCO zum Weltkulturerbe gekürte Schibam auf einer Felseninsel im Wadi Hadramaut im Südjemen wird wegen seiner teils neunstöckigen Hochhäuser gar als "Chicago der Wüste" bezeichnet. Die alte Stadt umfasst eine Fläche von 400 x 500 m und ist für ihre mehrstöckigen Wohnhäuser aus Lehmziegeln berühmt. Viele der Gebäude sind bis zu 30 m hoch und haben ein Alter von bis zu 500 Jahren. Genauer: die inneren Stützkonstruktionen aus Hölzern sind teils so alt; die Lehmhäuser werden in den oberen Etagen zwar mit einem Kalkanstrich gegen die (seltenen) Regenfälle geschützt, sie müssen jedoch wegen des natürlichen Zerfalls der Ziegel im Abstand von zehn oder fünfzehn Jahren jeweils aus frisch geformten Lehmziegeln in alter Form neu errichtet werden.
Das größte (Stampf-)Lehmgebäude in Deutschland ist ein 6-geschossiges Wohnhaus in Weilburg, ein aktuelles Beispiel dieser Bautechnik ist die 1999 errichtete Kapelle der Versöhnung in Berlin als erster öffentlicher Stampflehmbau seit 150 Jahren.
Siehe auch
- Adobe (Ziegel)
- Lehm
- Portal:Architektur und Bauwesen
Weblinks
- [http://www.uni-kassel.de/fb12/fachgebiete/feb/Welcome.htm Universität Kassel]
- [http://www.lehmbau-online.de/ Lehmbau-Online - Grundlagenwissen und Mailingliste]
- [http://www.lehmprojekt.de/6_galerie/651_kirche1.html Beispiel Stampflehmbau]
- [http://www.kapelle-versoehnung.de/bin/deutsch/index.php Dokumentation zum Lehmbau bei der 'Kapelle der Versöhnung']
Kategorie:Baukonstruktion
VierständerhausDas Vierständerhaus ist eine Fachwerkkonstruktion, die vor allem in Norddeutschland verbreitet ist. Es ist eine Weiterentwicklung des bescheidenen Zweiständerbaus. Vier tragende Balken (Ständer), auf denen die Querbalken ruhen, gewähren so viel Stabilität, dass über dem Erdgeschoss ein zweites Geschoss unter der Dachschräge und darüber noch ein kleines Dachgeschoss Platz finden. Das Fundament besteht aus Stein.
Kategorie:Fachwerk
Skelettbau
Unter Skelettbau versteht man in der Architektur und im Bauwesen eine bestimmte Art der Konstruktion eines Bauwerks. Dabei wird der Rohbau des Bauwerks aus Elementen zusammengesetzt, die primär tragende Funktion haben. Wie bei einem Skelett entsteht so eine Tragstruktur.
Im Folgenden wird der Skelettbau mit einer Fassade (Haut) bekleidet und im Inneren ausgebaut. Im Gegensatz zum Massivbau übernehmen die tragenden Bauteile des Skelettbaus nicht auch gleichzeitig Raum-abschließende Funktionen.
Material
Typische Baumaterialien des Skelettbaus sind Holz, Stahl und Stahlbeton, also Materialien, die grosse Spannweiten haben und gegebenfalls modular zusammengsetzt werden können.
Siehe auch:
- Baukonstruktion
- Ständerbauweise
- Portal:Architektur und Bauwesen
Kategorie:Baukonstruktion
Traubeneiche
Die Traubeneiche (Quercus petraea, syn. Q. sessilis, Q.sessiliflora), auch Wintereiche genannt ist eine Laubbaum-Art aus der Gattung der Eichen (Quercus) in der der Buchengewächse (Fagaceae).
Verbreitung
Die Traubeneiche ist nach der Stieleiche die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Italien und Nordgriechenland im Süden bis zu den Britischen Inseln und Südskandinavien im Norden. Sie kommt von Nordspanien im Westen bis Polen, Südwestrussland und dem Schwarzen Meer im Osten vor. Gegenüber der Stieleiche reicht ihr Verbreitungsgebiet nicht soweit in den Osten, sie bevorzugt atlantisches und subatlantisches Klima. Die Traubeneiche steigt in den Südalpen bis auf 1100 Meter NN.
Die Traubeneiche kommt auf trockenen bis frischen, mittel- bis tiefgründigen Stein- und Lehmböden vor. Sie toleriert auch schlecht nährstoffversorgte Standorte. Im Gegensatz zur Stieleiche meidet sie staunasse, vergleyte Böden. Die lichtbedürftige Traubeneiche wird in Mitteleuropa auf normalen Standorten von der schattentoleranten, konkurrenzstarken Rotbuche verdrängt und kommt nur als Nebenbaumart vor. Sie ist deswegen nur auf Sonderstandorten bestandsbildend: auf strengen Tonböden in Eichen-Hainbuchenwäldern und auf nährstoffarmen, trockenen Sandböden in Eichen-Birkenwäldern und Eichen-Kiefernwäldern. Im submediterranen Klimabereich bildet sie Mischwälder mit der Flaumeiche und der Zerreiche.
Viele Eichenwälder in Mitteleuropa sind anthropogenen Ursprungs. Es sind durchgewachsene Mittelwälder, da die Traubeneiche durch ihre Stockausschlagsfähigkeit die Mittelwaldbewirtschaftung besser verträgt als die Rotbuche. Auch wurden die Eichen wegen ihres wertvollen Holzes und ihrer als Viehfutter verwendeten Früchte schon immer gezielt gefördert.
Beschreibung
Mittelwälder
Die Traubeneiche ist ein 25 - 30 (maximal 41) Meter hoher Baum und erreicht Stammdurchmesser bis zwei Meter. Ihr Höchstalter liegt bei 800 bis 1000 Jahren. Die Baumkrone ist auf geradem Stamm hoch gewölbt mit strahlenförmig abgehenden Ästen, die viel gerader als bei der Stieleiche sind. Die Krone ist lockerer als bei der Stieleiche, und die Belaubung ist gleichmäßiger verteilt. Die Rinde der Traubeneiche ist in der Jugend glatt und schwach grau-grün glänzend, später wird eine dicke, tief längsrissige, graubraune Borke gebildet.
Die Triebe sind dunkelgrau, teilweise gerötet und grau bereift. Die Knospen sind groß, eiförmig und vielschuppig und sitzen an den Triebenden gehäuft. Jede Knospenschuppe ist hell orangebraun mit einer dunkelbraunen Spitze. Die wechselständigen, ledrigen Blätter sitzen an einem 1 bis 2 cm langen gelben Stiel; sie werden 8 bis 12 Zentimeter lang und 4 bis 5 cm breit. Sie sind oberseits tiefgrün glänzend, auf der Unterseite heller und in fünf bis sieben (auch bis neun) engen Buchten gelappt. Die Blätter sind ganz flach.
Die Traubeneiche ist einhäusig getrennt geschlechtig. Sie blüht von April bis Mai. Die männlichen Kätzchen sind 5 bis 8 cm lang. Die weiblichen Blüten sitzen endständig sowie in den Blattachseln der jungen Triebe gruppiert zu zwei bis sechsen; sie sind weißlich und kugelig mit purpurroten Narben. Die Eicheln reifen von September bis Oktober. Sie sitzen zu Trauben gehäuft (daher der Name Traubeneiche!) an fast ungestielten Ständen und werden bis drei Zentimeter lang (damit sind sie etwas kürzer als die der Stieleiche). Die Eicheln dienen verschiedenen Tieren als Nahrung und werden von ihnen verbreitet. Vor allem der Eichelhäher sorgt durch Anlage von Nahrungdepots für die Verbreitung der Traubeneiche (Hähersaaten). Durch ihre kräftige Pfahlwurzel ist sie äußerst sturmfest. Wie die Stieleiche bildet die Traubeneiche Johannistriebe.
Unterscheidung zur Stieleiche
Die Stieleiche und die Traubeneiche ähneln sich sehr. Viele Systematiker und Genetiker sehen in der Traubeneiche nur eine Standortsrasse der Stieleiche. In der Verbreitung und der Morphologie gibt es jedoch einige Unterschiede: Die Traubeneiche kommt bevorzugt in den Hügel- und niedrigen Berglagen vor, zum Beispiel im Spessart und im Pfälzer Wald. Ihre Früchte sitzen gehäuft an sehr kurzen Stielen. Die Blätter sind zwei bis drei Zentimeter lang gestielt. Die Blattbasis ist keilförmig und nicht geöhrt. Im mittleren Spreitenbereich der Blätter enden die Seitennerven nie in den Buchten.
Zuchtformen
- 'Mespilifolia': Diese seltene Form kann bis 16 Meter hoch werden bei einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter. Die Blätter sind länglich-lanzettlich, dabei bis 22 cm lang und 3 bis 5 cm breit; sie haben einen verdickten, etwas ausgebuchteten ungelappten Rand; bisweilen haben einige Blätter einen unregelmäßigen Lappen. Der Blattstiel ist oft dunkelrot.
Nutzung
Pfälzer Wald
Pfälzer Wald
Die Traubeneiche ist ein ringporiger Kernholzbaum. Der gelblich-weiße Splint ist nur schmal ausgebildet, das Kernholz hat eine hell- bis dunkelbraune Farbe. Die mittlere Rohdichte beträgt 0,65 (0,39 - 0,93) g/cm³. Das Eichenholz ist hart, zäh, sehr dauerhaft und gut zu bearbeiten. Das Holz der Traubeneiche wird vielseitig verwendet: im Wasserbau, als Bauholz, für Masten und Pfählen, im Innenausbau für Treppen und Fussböden und massiv als Möbelholz. Hochwertiges Eichenholz stammt meist von der Traubeneiche und wird zur Furnierherstellung und zum Fassbau verwendet. Berühmte Wertholzbestände finden sich im Spessart, im Steigerwald und im Pfälzer Wald. Auch als Brennholz eignet sich das Eichenholz hervorragend.
Früher war die Bedeutung der Eichenwälder zur Schweinemast größer als zur Holznutzung. Viele der heute wertvollen Bestände wurden für diesen Zweck oder zur Wildäsung angelegt. Die durch Bitterstoffe für den Menschen ungenießbaren Eicheln sind sehr nahrhaft und enthalten bis zu 38% Stärke. Vor dem großflächigen Feldfutterbau ab dem 19. Jahrhundert war die Waldweide die wichtigste Art der Schweinemast. Aus dieser Zeit stammt der Spruch: Auf den Eichen wächst der beste Schinken. Eine weitere Nutzung war die der Rinde als Gerberlohe. Dazu wurde die Traubeneiche als Niederwald bewirtschaftet, alle 15 bis 20 Jahre geerntet, die Stämme geringelt und die Rinde abgeschält. Die getrocknete Rinde hat einen Gerbsäureanteil von 8 - 20%.
Weblinks
Kategorie:Baum
Kategorie:Buchengewächse
Holzverbindung
Von Zimmerern und Tischlern werden Holzverbindungen genutzt, um Hölzer dauerhaft zu verbinden. Die Arten der Verbindungen sind in beiden Gewerken ähnlich; sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Größe.
Eine Holzverbindung besteht grundsätzlich aus zwei Teilen, wobei sich ein Teil der Verbindung jeweils an beiden zu verbindenden Hölzern befindet, zum Beispiel Zapfen und Zapfenloch.
Art der Holzverbindung
Blätter
Blätter werden verwendet um liegende Hölzer, die sich treffen oder
kreuzen, zu verbinden, zum Beispiel Pfetten.
Blätterarten:
- Einfaches Eckblatt
- Ganzes Schräges Eckblatt (Druckblatt)
- Verdecktes Eckblatt
- Hakeneckblatt
Dübel
Holzdübel sind Stücke von Rundhölzern, die in vorgefertigte Löcher eingeschlagen werden, ähnlich den weiter unten aufgeführten Holznägeln, jedoch in feinerer Ausführung. Als belastbarer Ersatz für das Dübeln wird die Verbindung auch mit kleinen Plättchen aus Holzwerkstoff (Lamellos) hergestellt.
Grate
Die Gratung wird beim Stabilisieren von Brettern durch Leisten angewandt. Die Leiste läuft dabei meist rechtwinkelig in einer Vertiefung des Brettes. Die Leiste kann schwalbenschwanzförmig im Brett verlaufen und verhindert, daß das Brett sich wölbt.
Kämme
(Lamellos)
Kämme kommen bei Hölzern vor, die aufeinander liegen, aber gegen Verschiebung gesichert werden müssen, also bei Balkenlagen, Fackwerk- und Riegelwänden.
Kammarten:
- Überblattung
- Schwalbenschwanzkamm
- Einfacher Kamm
Klauen
Klauen oder auch Kerven sind Ausschnitte aus Hölzern, zum Beispiel
Sparren, auf denen diese auf Pfetten aufliegen. Eine Klaue besteht aus
einer waagerechten Fläche, auf der der Sparren auf der Pfette aufliegt, und
einer senkrechten Fläche, die an der Vorderkante der Pfette anliegt. Bei Flachdächern sind es zwei kleinere senkrechte Flächen.
Heutzutage werden die Sparren mit Sparrennägeln mit den Pfetten verbunden.
In den meisten Fällen reicht es aber, wenn einige Sparren mit Brettlaschen
fixiert werden. Die übrigen Sparren werden dann mit den Dachlatten gehalten.
Nut und Feder
Zum stirnseitigen Verbinden von Brettern werden die Stirnseiten mit einer Nut versehen, in die ein schmaler Holzstreifen (die Feder) eingesetzt wird. Vorgefertigt wird diese Verbindungsform als Nut- und Federholz vertrieben.
Versätze
Versätze werden bei nicht rechtwinklig aufeinander treffenden Hölzern
verwendet. Sie dienen dazu, die Stirnflächen zu vergrößern, um Abscherung
zu vermeiden.
Versatzarten:
- Stirnversatz
- Fersenversatz
- Doppelter Versatz
Zapfen
Zapfen werden zum einen bei rechtwinklig aufeinander treffenden Hölzern verwendet,
die aber nicht aufliegen, zum Beispiel in der Balkenlage. Zum
anderen bei Hölzern die nicht im rechten Winkel aufeinander treffen,
zum Beispiel Sparren, Kopfbänder oder Fussbänder.
Zapfenarten:
- Einfacher Zapfen
- Zapfen mit gerader Brust
- Zapfen mit schräger Brust
- Schräger Zapfen
- Scherzapfen
Anleitung zum einfachen Schlitzzapfen
Eine Schlitzzapfenverbindung wurde meist bei Fensterrahmen oder sonstigen Rahmen verwendet. es ist eine einfache Verbindung die man jedoch mit sehr vielen Möglichkeiten kombinieren kann.
Zuerst habe ich zwei Friese ausgesucht und diese mit dem Schreinerdreieckssymbol zusammengezeichnet.Danach habe ich das Lichtmass eingezeichnet damit ich die Sägetiefe bestimmen konnte. Später riss ich mit dem Streichmass die späteren Sägeschnitte an. ich schraffierte die wegfallenden Teile und markierte die Schnittpunkte des Lichtmasses und der Sägeschnitte mit Kreisen. Ich habe mit dem schlitzen begonnen, weil ich den Zapfen besser an den Schlitz anpassen konnte als umgekehrt. Beim Sägen hatte ich eine Japansäge verwendet. Dabei achtete ich darauf dass ich die Innere hälfte des Risses wegsägte. Das heisst auf der Inneren Seite des wegfallenden Teiles. Damit es mit dem anderen Teil genau zusammenpasst Ich hatte den Schlitz im Fries abgesetzt und musste ihn nun ausstechen. Dazu verwendete ich ein scharfes Stecheisen. Beim ausstechen habe ich von einer Seite ausgestochen und liess aber an der Kante etwas Holz stehen das, sollte mir beim ausstechen von der anderen Seite nützlich sein, damit das Holz nicht ausreisst. Hier sollte man beachten das man den Schlitz hinterstechen kann damit der Zapfen gut auf der Kante liegt. Sobald ich mit dem ausstechen fertig war machte ich an dem Zapfen. Hier habe ich mit den längs gerissenen Sägeschnitten begonnen und setzte, dann die Teile von der Seite ab. Hier verwendete ich eine andere Japansäge die für Quer zur Faser Schnitte geeignet war. Jetzt konnte ich den Zapfen zusammenstecken. Eine solche Verbindung sollte man nur mit der Säge machen weil durch die beim Sägen entstandenen Querkratzer um ausgerissen Fasern eine sehr raue Oberfläche ensteht, die beim verleimen dafür umso besser hält.
Holznägel für Zapfen
Holznägel werden verwendet, um zu verhindern, dass ein Zapfen aus dem Zapfenloch rutscht. Holznägel sind abgerundete Holzstücke - zum Teil aus Hartholz -, die in ein vorgebohrtes Loch in der Holzverbindung geschlagen werden. Die Bohrungen sind in der Zimmerei meist auf Zug ausgeführt, das heißt, die Bohrlöcher in dem Zapfen und in dem Holz mit dem Zapfenloch sind leicht versetzt (um ein bis maximal zwei Millimeter). Beim Einschlagen des Holznagels wird der Zapfen so stramm in das Zapfenloch gezogen.
Zinken
Das Zinken ist eine traditionelle Vollholzverbindung. Hauptsächlich dient sie zum Verbinden von Korpusecken, als Fingerzapfen (T-Verbindung) aber auch zum Einbau von Böden oder Mittelwänden. Die Fingerzinken findet man auch bei Sperrhölzern. Die Ausführungen unterscheiden sich je nach mechanischer Anforderung.
- Fingerzinken (Grade Zinken oder auch Maschinenzinken)
- Offene Zinkung (Schwalbenschwänze)
- Halbverdeckte Zinkung
- Fingerzapfen (als T-Verbindung)
Weblinks
- Arbeitspläne konventioneller Holzverbindungen [http://www.schreiner-seiten.de/verb/index.htm www.schreiner-seiten.de]
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/bild/werk/meyers/band/8/seite/0688/meyers_b8_s0688.html Holzverbindungen] in: Meyers-Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 8, Seite 688.
Kategorie:Verbindungselement
Kategorie:Handwerk
BalkenDer Begriff Balken wird verschieden verwendet:
- Im engeren Sinne ist ein Balken ein quaderförmiges, meist aus Holz bestehendes Teil, dessen Querschnittsabmessungen sehr viel kleiner sind als die Länge, und das als Teil einer Konstruktion, beispielsweise eines Daches, Kräfte und Momente aufnimmt und weiterleitet. Im Holzbau spricht man von einem Balken, wenn die größere Seite des Querschnitts mindestens 20cm beträgt; darunter nennt man es ein Kantholz. siehe auch: Balkschoner
- In der Statik bzw. Festigkeitslehre bzw. technischen Mechanik versteht man unter einem Balken ein Teil, das hinsichtlich seiner Festigkeit genauso berechnet wird ein Balken im zuvor genannten Sinne, beispielsweise Wellen und Stahlträger. Siehe Balkentheorie. Insbesondere unterscheidet man technisch zwischen Balken und Stäben:
- Balken sind quer zu ihrer Achse belastet und werden auf Biegung beansprucht.
- Stäbe sind nur längs zu ihrer Achse belastet und werden nur auf Zug oder Druck beansprucht, ggf. auch auf Torsion, jedoch nicht auf Biegung.
:Bei kombinierter Belastung kann dasselbe Bauteil mal als Balken und mal als Stab bezeichnet werden, je nachdem, welches Teilproblem man gerade berechnet.
- In der Anatomie bezeichnet das Wort Balken die Verbindungsstruktur der beiden Großhirnhemisphären (lat. Corpus callosum).
- Balken ist ebenso der Name eines Ortsteils der Stadt Leichlingen(Rheinland), siehe Leichlingen-Balken
- Balke(n) ist auch die Bezeichnung eines untergegangenen Rittergutes und einer früheren Bauerschaft an der Emscher im Kirchspiel Buer, das zum Vest Recklinghausen gehörte.
StielDer Ausdruck Stiel bezeichnet
- einen langen Handgriff an Werkzeugen, zum Beispiel bei Spaten oder Schaufeln
- den langen und schmalen Teil einer Blume, der die Blüte mit der Wurzel, Knolle oder Zwiebel verbindet (auch Stängel)
- in der Zimmerei ein vertikal stehendes Holz auf dem weitere Konstruktionsteile ruhen - bei einem Carport würde man von Pfosten sprechen
Stütze (Bauteil)Eine Stütze ist ein (meist) vertikales Bauteil, das Lasten hauptsächlich in Richtung seiner Längsachse aufnimmt und weiterleitet.
Als Material kommen alle Baustoffe in Frage, die druckfest sind. Im Bauwesen werden hierfür hauptsächlich eingesetzt:
- Holz
- Naturstein
- Mauerwerk aus künstlichen Steinen
- Beton
- Metall - Stahl, Aluminium (z. B. bei Fassaden), früher auch Eisen und Gusseisen
- Kombinationen hiervon wie z. B. Stahlbeton oder Stahlverbund
Die Tragfähigkeit einer Stütze hängt ab von der Festigkeit des gewählten Materials, den Querschnittsabmessungen und der Querschnittsform, der Länge bzw. Höhe der Stütze, den Lagerungsbedingungen an den Enden (drehbar oder drehbehindert), geometrischen Imperfektionen wie z. B. Schiefstellung, Verkrümmung oder Verdrehung und der Art und der Kombination der Beanspruchung(en).
Stützen mit größeren Abmessungen werden auch als Pfeiler bezeichnet (z.B. Brückenpfeiler), ebenso bei Ausführung in Mauerwerk oder Naturstein. Runde Stützen werden auch Säulen genannt.
Grundlegende Lösungen zur Berechnung der Tragfähigkeit einer Stütze wurden von dem Mathematiker Leonhard Euler entwickelt.
Kategorie:Bauteil
Kategorie:Säule
FachwerkschwelleDie Fachwerkschwelle ist der unten liegende waagerechte Holzbalken eines Fachwerkhauses.
Er liegt direkt auf der Grundmauer bzw. Fundament eines Fachwerkhauses.
Auf dieser Fachwerkschwelle ist die Fachwerkwand mittels Pfosten, Strebe, Band und Riegel aufgebaut.
Kategorie:Fachwerk
PfetteEine Pfette (auch: Fette) ist in der Zimmerei ein im Allgemeinen parallel zum First verlaufender Holzbalken, auf dem die Sparren des Dachstuhls aufliegen Stuhlrahmen.
In Ausnahmefällen ersetzt die Pfette auf den Sparren liegend die Leersparren und nimmt die Dachdeckung direkt auf.
Stuhlrahmen
;Firstpfette : Die Firstpfette bildet zusammen mit den Sparren den First der Dachkonstruktion. Sie verteilt die Last auf ein Ständerwerk.
;Fußpfette : Die Fußpfette liegt auf der Außenhaut des Gebäudes, zum Beispiel dem Mauerwerk, um die Last des Dachstuhls zu verteilen. An der Fußpfette können die aufliegenden Sparren befestigt werden.
;Mittelpfette : Bei sehr langen Sparren, in der Regel länger als fünf Meter, werden Mittelpfetten eingebaut, um ein Durchbiegen der Sparren zu vermeiden.
;Flugpfette : Bei langen Vordächern wird zur Unterstützung der Sparren im Vordachbereich eine Pfette eingebaut. Die Pfette muß nicht zwangsläufig parallel zum First laufen, da bei einem verschobenen Grundriß die Pfette schräg läuft und steigt!
Siehe auch
- Pfettendach, Sparrendach
- Portal:Architektur und Bauwesen
Kategorie:Dach
KopfbandEin Kopfband ist ein Holz, das vom Zimmerer zwischen einem horizontal
und einem vertikal liegendem Holz eingesetzt wird, um zusätzlich Versteifung
der Konstruktion zu erzielen.
Der Grund besteht in der Unverschiebbarkeit von Dreiecken. Sind die
Seiten eines Dreieckes an ihren Ecken fest miteinander verbunden, ist dieses
Dreieck nicht mehr zu verschieben. Ein Viereck weist diesen konstruktiven
Vorteil nicht auf.
Viereck
Im Querverband eines Dachstuhles mit geneigten Dachflächen bilden sich
durch die Sparren Dreiecke, eine weitere Versteifung des Querverbandes ist
nicht notwendig.
Im Längsverband eines Dachstuhles, zum Beispiel beim Pfettendach mit
einfach stehendem Stuhl, liegt die Firstpfette auf Stielen auf.
Selbst wenn die Firstpfette im Giebel verankert ist, ist diese Konstruktion
nicht gegen Verschiebung gesichert. Starke Windlast auf den Giebel könnte
die Firstpfette verschieben und die Konstruktion zerstören.
Zu diesem Zweck werden Kopfbänder oder Streben eingesetzt. Kopfbänder
werden meist unter einem Winkel von 45° zwischen Stielen und der Firstpfette
eingesetzt. Dieser versteifte Längsverband ist gegen Verschiebung gesichert,
der Dachstuhl erhält zusätzliche Festigkeit.
Einsatzmöglichkeiten
- Dachstuhl
- Holzständerhaus
- Fachwerkhaus
- Carport
Siehe auch
- Portal:Architektur und Bauwesen
- Fachbegriffe der Zimmerei
- Fußband
Kategorie:Bauteil
Fachwerk (Mechanik)Fachwerke sind Tragwerke, die aus gelenkig miteinander verbundenen Stäben bestehen. Ein ideales Fachwerk ist gegeben, wenn in den Gelenken, die auch als Knoten bezeichnet werden, keine Momente übertragen werden. Sie sind also als reibungsfrei anzusehen.
Technische Fachwerke sind zum Beispiel in Hochspannungsmasten zu finden.
Kräfte werden im idealen Fachwerk nur längs der Stabrichtung übertragen; Lasten greifen nur in den Knoten an.
Diese Annahmen sind darin begründet, dass in der Realität Stäbe meistens deutlich länger als breit sind. Fehler entstehen bei der Berechnung auch dadurch, dass die Stäbe ein Eigengewicht haben und dieses als Last eben nicht nur in den Knoten angreift, wo man sie für die Berechnung annimmt.
Die Bedingung
mit
- k: Anzahl der Knoten
- s: Anzahl der Stäbe
- f: Anzahl der zu bestimmenden Auflagerkräfte (Fesselungen)
für ein ebenes Fachwerk (zweidimensional) ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die statische Bestimmtheit eines Fachwerks. Statisch bestimmt ist ein Fachwerk genau dann, wenn sich alle in ihm auftretenden Stabkräfte berechnen lassen. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn es sich um ein einfaches Fachwerk handelt: Bei diesem werden ausgehend von einem Stab jeweils zwei weitere Stäbe und ein Knoten hinzugefügt.
Im räumlichen, dreidimensionalen Fall lautet die Bedingung .
Berechnung der Stabkräfte
Knotenpunktverfahren
Mit dem Knotenpunktverfahren lassen sich die Stabkräfte durch Aufstellen eines Gleichungssystems ermitteln. Für jeden Knoten werden die zwei Gleichgewichtsbedingungen - die Summe der Kräfte in x- und in y-Richtung muss Null sein - aufgeschrieben. Dadurch ergibt sich ein Gleichungssystem, das bei statischer Bestimmtheit des Fachwerks gelöst werden kann.
Im dreidimensionalen Fall werden jeweils drei Gleichungen aufgestellt.
Bei einfachen Fachwerken genügt es, die Auflagerkräfte mit dem Erstarrungsprinzip zu berechnen und sich dann entlang der Knoten 'durchzuhangeln'.
Rittersches Schnittverfahren
Das Rittersche Schnittverfahren dient zur direkten Berechnung von Stabkräften im Fachwerk. Somit können immer drei Stabkräfte im zweidimensionalen oder sechs Stabkräfte im dreidimensionalen Fachwerk berechnet werden, ohne die anderen zu kennen oder gar vorher berechnen zu müssen.
Stabtauschverfahren
Das Hennbergsche Stabtauschverfahren wird bei nicht einfachen Fachwerken angewandt.
Kategorie:Technische Mechanik
Andreaskreuz
Das Andreaskreuz ist ein Kreuz mit zwei diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken (X-artig, nach dem griechischen Buchstaben "Chi"). Der Name verweist darauf, dass der Apostel Andreas an einem solchen nach ihm benannten Kreuz gekreuzigt worden sein soll.
Eine Abwandlung ist das sogenannte Burgundische Andreaskreuz. Hierbei handelt es sich um die mehr oder weniger stilisierte Darstellung zweier gekreuzter, nur roh zugeschnittener Äste.
Fachwerkbau
Das Andreaskreuz ist eine Schmuckform im Fachwerk.
Gefahrsymbol
In der Chemie symbolisiert das Andreaskreuz als Gefahrensymbol reizende (Xi) oder gesundheitsschädliche (Xn) Stoffe.
Nationales und politisches Symbol
- Das Kreuz ist nationales Symbol Schottlands und als dieses auch in die britische Nationalflagge, den Union Jack, eingegangen.
- Außerdem ist das Andreaskreuz als traditionelles orthodoxes Symbol Teil der (ebenfalls blau-weißen) imperialen Flagge Russlands geworden.
- Das rote Andreaskreuz ist - in der Form des Burgundischen Andreaskreuzes - das Symbol der Carlisten in Spanien.
Verkehrszeichen
Das Andreaskreuz wird als Verkehrszeichen oder als Symbol auf Verkehrszeichen verwendet und zwar:
- als Vorschriftzeichen (Zeichen 201 der StVO) unmittelbar vor Bahnübergängen mit der Bedeutung "Dem Schienenverkehr Vorrang gewähren",
- als Symbol auf dem Haltverbotszeichen (Zeichen 283 der StVO) mit der Bedeutung (absolutes) "Haltverbot auf der Fahrbahn",
- als Symbol auf dem Gefahrzeichen (Zeichen 102 der StVO) mit der Bedeutung: "Kreuzung oder Einmündung mit Vorfahrt von rechts".
Das Andreaskreuz am Bahnübergang besteht aus zwei gekreuzten weißen Balken mit roten Enden. Ein Blitzpfeil in der Mitte zeigt an, dass die Bahnstrecke eine elektrische Oberleitung besitzt. Ggf. zeigt ein Zusatzschild mit einem schwarzen Pfeil an, dass das Andreaskreuz nur für den Straßenverkehr in Richtung dieses Pfeiles gilt. In Hafen- und Industriegebieten kann ein Zusatzschild mit der Aufschrift "Hafengebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang" oder "Industriegebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang" angebracht sein.
An Bahnübergängen mit Andreaskreuz haben Schienenfahrzeuge Vorrang; der Straßenverkehr darf sich dem Bahnübergang nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern. Straßenfahrzeuge müssen vor dem Andreaskreuz warten, wenn
- sich ein Schienenfahrzeug nähert,
- rotes Blinklicht oder gelbe oder rote Lichtzeichen gegeben werden,
- die Schranken sich senken oder geschlossen sind,
- ein Bahnbediensteter Halt gebietet.
Wenn rotes Blinklicht, gelbe oder rote Lichtzeichen gegeben werden oder die Schranken sich senken oder bereits geschlossen sind, müssen Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t und Züge außerhalb geschlossener Ortschaften auf Straßen, auf denen sie von mehrspurigen Fahrzeugen überholt werden können, bereits unmittelbar nach den ca. 80 m vor dem Bahnübergang aufgestellten einstreifigen Warnbaken anhalten. Bis 10 m vor dem Andreaskreuz gilt ein absolutes Haltverbot. Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt bis zu je 5 m vor und hinter, außerhalb geschlossener Ortschaften bis zu je 50 m vor und hinter dem Andreaskreuz Parkverbot.
BDSM-Szene
In der BDSM-Szene wird es im Rahmen von Bondage- und SM-Spielen verwendet. Das Kreuz wird aus Holz oder Metall gefertigt und hat an den Balkenende Ösen/Haken zur Fixierung von Armen und Beinen mittels Seilen, Ketten, Handschellen und so weiter.
Bild:Saltire timber framing.png|Fachwerkbau: Andreaskreuz im Fachwerk.
Bild:Gefahrensymbol X.png|Chemie: Andreaskreuz als Gefahrensymbol.
Bild:Cruzcarlista4.gif|Nationales und politisches Symbol: Carlistenkreuz.
Bild:Flag of the United Kingdom.png|Nationales und politisches Symbol: Union Jack.
Bild:Andreaskreuz.png|Verkehrszeichen: Andreaskreuz als Verkehrszeichen.
Bild:Bahnübergang-de.jpg|Verkehrszeichen: Unbeschrankter Bahnübergang mit Andreaskreuz.
Bild:Andreaskreuz mit Model Monique.jpg|BDSM-Szene: Junge Frau am Andreaskreuz.
Weblinks
- [http://www.fotw.us/flags/es_brgdy.html Das Burgundische Andreaskreuz (engl.)]
Kategorie:Symbol
Kategorie:BDSM
Kategorie:Fachwerk
Kategorie:Verkehrszeichen
Mann (Fachwerk)Der Begriff Mann (Mannfigur) bezeichnet eine Form des Strebenkreuzes an einem Ständer im alemannischen und fränkischen Fachwerkbau. Regional wird unter anderem unterschieden zwischen Mann, Wilder Mann, Hessenmann, Schwäbisches Männle, Schwäbisches Weible und Schwäbisches Kindle. Der Vorläufer der Männer finden sich wahrscheinlich in Württemberg, wo die Mannform auch als Dambedei bezeichnet wird, in Graubünden als Tambeda.
In der Zeit des Übergangs (Heinrich Walbe) vom mittelalterlichen zum neuzeitlichen Fachwerk, von 1470 bis 1550, im mittleren Deutschland, wurden die Ständer eines Fachwerks nicht mehr mittels Fuß- und Kopfband einzeln verstrebt, sondern im Bund. Bei der Bundverstrebung liegen die Strebenkreuze an Eck- und Bundständern Dabei sind die Streben geschosshoch, dreiviertelgeschosshoch oder kombiniert dreiviertelgeschosshoch und halbgeschosshoch. Die Bundverstrebung besteht jeweils aus zwei Streben von unten (Fußstreben) gegen den Ständer und diese überschneidende Gegenstrebenpaaren von oben (Kopfstreben). Mannfiguren dieser Übergangszeit werden im Allgemeinen als „Wilder Mann“ bzw. „Wilde Männer“ bezeichnet. Der „Wilde Mann“ erscheint als abstrakte Figur eines Menschen mit gestreckten Armen und gespreizten Beinen. Er soll historisch eine unheilabwehrende Funktion besessen haben und leitet sich ab vom Wesen „Wilder Mann“. Weiterentwickelte Verstrebungen mit zu Kopfwinkelhölzern verkürzten Kopfstreben bei dreiviertelgeschosshohen Fußstreben, werden als „Mann“ oder „Hessenmann“ bezeichnet.
Beispiele für Mannfiguren:
- Schloss und ehemalige "Große Herberg" in Kirchheim unter Teck (Württemberg), 1540
- Rathaus Reichelsheim, 1554
- Rathaus Melsungen, 1556
Weblinks
- http://www.schnaudertal.de/meuselwitz/wildermann.htm Vom „wilden Mann“ im Fachwerkhaus, Meuselwitz
- http://www.ad-dreihausen.de/fachwerk.html Wilde Mann-Form Erbsengasse 1 (45) Schreinersch, Dreihausen
- http://www.lignashop.de/zimmerer/holzbau/wissen/grundwissen/fachwerk/fachwerkwand.html Fachwerkkonstruktion: Hölzerbezeichnung in einer Fachwerkwand
- http://www.zimmerin.de/restauro/holzbau/holzbauarten/fachwerk/figuren1.htm Die Bedeutung der verschiedenen Fachwerkfiguren
- http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_9674.html Wilder Mann, Das große Kunstlexikon von P. W. Hartmann
Kategorie:Fachwerk
Knagge
Die Knagge ist eine hölzerne Konsole im Fachwerk, die zur Aussteifung und zur Abtragung von Lasten zwischen den Ständern und den auskragenden Deckenbalken eingezapft wird.
Häufig sind die Knaggen mit Schnitzereien, Figuren oder Ornamenten versehen.
Im Gegensatz zum Kopfband oder zum Bug befindet sich die Knagge nicht im Gefache, sondern bildet ein aus dem Wandgefüge herausragendes Konstruktionselement.
Es gibt auch die Definition, dass die Knagge den Winkel voll ausfüllt und die Buge ein offenes Dreieck hinterlässt. Diese Definition ist nicht an die auskragende Position gebunden, sondern unterscheidet lediglich die Form des Kopfbandes. Die Knagge wird aus Stabilitätsgründen oft durch eine Nut an die Buge gekröpft.
Weblinks
- [http://www.fachwerk.de Fachwerk.de]
Siehe auch: Fachwerk
Kategorie:Bauteil
Kategorie:Fachwerk
Mittelalter]]
Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte
zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und
keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt.
Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus.
Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.
Zeitliche Festlegung
Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale:
Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Spätantike.
Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) oder auch die Reformation (1517).
Fokussiert man einzelne Länder, kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien sicher früher als etwa in Syrien. Und so war zum Beispiel um 1420 in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England mit gutem Grund noch vom Mittelalter spricht.
Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation - der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet.
Die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter
Man kann das Mittelalter grob in 3 Phasen gliedern:
- Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
- Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)
Frühmittelalter
In das Frühmittelalter fällt unter anderem auch die Zeit der Völkerwanderung, wobei die Forschung aber mittlerweile dazu tendiert, diese aus dem Mittelalter herauszunehmen, sie als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter zu sehen und der Spätantike zuzurechnen.
Weitere einschneidende Entwicklungen sind die weitgehende Christianisierung Europas, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, der Einfall der Wikinger, der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum. Außerdem wirkt der Aufstieg des Islam und sein schnelles Ausgreifen bis nach Europa prägend.
Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist.
Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises.
Siehe auch Hauptartikel: Frühmittelalter.
Hochmittelalter
Das Hochmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs, des Lehnswesens und des Minnesangs. Es ist auch die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht im Investiturstreit, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Innerhalb der Scholastik wird Aristoteles zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität. Der Einfluss der Kirche zeigt sich vor allem an den Kreuzzügen gegen den Islam, denen auch Juden zum Opfer fallen. Im Zuge der Kreuzzüge entwickelt sich ein Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren. Die Geldwirtschaft gewinnt gegenüber der Naturalwirtschaft immer stärker an Bedeutung. Die wichtigsten Orden des Hochmittelalters sind neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Im Hochmittelalter entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt.
Siehe auch Hauptartikel: Hochmittelalter.
Spätmittelalter
Hochmittelalter]]
Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach der "Großen Pest" (Schwarzer Tod) in der Zeit von 1349 bis 1351 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang (Wüstung, Pest) führen, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleiten (siehe auch: Krise des 14. Jahrhunderts).
Siehe auch Hauptartikel: Spätmittelalter.
Ende des Mittelalters
Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln.
Auch die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wird als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. Dies ist nicht nur eine zeitlich passende Vereinfachung, sondern hat einige Berechtigung, weil mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Überbleibsel der Antike unterging. Des Weiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, so dass westeuropäische Seefahrer neue Wege erkundeten. Dabei wurde unter anderem Amerika entdeckt – zumindest war es das erste Mal, dass die Existenz Amerikas innerhalb weniger Jahre in ganz Europa bekannt wurde.
Auf musikalischem Gebiet ist das Ende des Mittelalters am besten mit der Umstellung von Quint-Oktavklängen zu terzhaltigen Harmonien zu bestimmen. Die englischen Komponisten waren hier sehr früh (Anonymus 4 spricht bei dieser Entwicklung auf dem Kontinent sogar direkt von englischem Einfluss); vor allem Dunstable ist hier zu nennen. Ab ca. 1430 lässt sich dieser Wandel in Italien dingfest machen, wobei terzhaltige Klänge nicht sofort die reinen Intervalle als Ruhepole der Komposition ablösten und vor allem am Schluss einer Komposition das ganze 15. Jahrhundert hindurch noch der Klang ohne Terz bevorzugt wurde.
Der Begriff Mittelalter
Der Begriff Mittelalter, erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten benutzt, hatte schon von Beginn an eine negative Bedeutung, weil sie das Mittelalter als „dunkle“ Epoche zwischen der Antike und ihrer Zeit ansahen, in der antike Traditionen wiedergeboren wurden. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde diese Einteilung endgültig vorgenommen. Demnach begann das Mittelalter mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und endete mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen.
Im Englischen spricht man für den Zeitraum nach Ende der römischen Besatzung bis etwa zur Zeit König Alfreds von Wessex, also für die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten, aufgrund der mangelhaften schriftlichen Quellen von „The Dark Ages“.
Noch heute bezeichnen wir eine Denkweise als „mittelalterlich“, wenn wir sie als starr und veraltet kritisieren wollen. Auch die umgangssprachliche Wendung „Rückkehr ins Mittelalter“ ist negativ besetzt. In der Romantik wurde das Mittelalter allerdings auch wieder positiver gesehen, teilweise auch systematisch verklärt. In der modernen Forschung werden die originären Leistungen des Mittelalters und die wenigstens teilweise vorhandene Kontinuität der antiken Kultur betont. Der bekannte und angesehene französische Mediävist Jacques Le Goff betonte erst jüngst die Geburt Europas im Mittelalter.
Sonstiges
In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 als Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.
Siehe auch
- Portal:Mittelalter
Literatur
Wichtige Quellen sind im großen Umfang gesammelt in der Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein Gedächtnisausgabe (FSGA). Wichtige Quellen stellen u.a. neben der Geschichtsschreibung auch Constitutionen und andere Aktenquellen sowie Regesten dar.
Eine hervorragende Bibliographie findet sich [http://www.histsem.uni-bonn.de/proseminar/lsma15.htm hier (erstellt vom Historischen Seminar der Uni. Bonn)] sowie [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/tutorium/literatur/literatur.htm hier (Uni. Tübingen; umfangreiche Liste mit Quellen- und Literaturangaben)]. Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.
Nachschlagewerke
- The New Cambridge Medieval History, Cambridge 1995 ff. Noch im Entstehen begriffen, mit hervorragender Bibliographie.
- Lexikon des Mittelalters, 9 Bde., Ausgabe des dtv-Verlags, München 2002 (in Hardcover München-Zürich 1980-1998). Grundlegendes Werk
Sekundärliteratur
- Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, mehrere Neuauflagen, München 2001. Wohl die beste strukturelle Einführung ins Mittelalter, mit guten bibliographischen Angaben.
- Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter, Frankfurt/M., Berlin 1988 ISBN 3-548-34004-0
- Arno Borst: Barbaren, Ketzer und Artisten: Welten des Mittelalters, München 1988 ISBN 3-492-03152-8
- Fischer Weltgeschichte, Mittelalter und frühe Neuzeit (4 Bände) ISBN 3596507324
- Horst Fuhrmann: Einladung ins Mittelalter, Verlag C. H. Beck, München 1987 ISBN 3-406-32052-X
- Horst Fuhrmann: Überall ist Mittelalter : von der Gegenwart einer vergangenen Zeit, Verlag C. H. Beck, München 1996 ISBN 3-406-40518-5
- Friedrich Heer: Mittelalter. Von 1100 bis 1350, Zürich 1964
Weblinks
- [http://www.erlangerhistorikerseite.de/ma_resso.html Virtuelle Bibliothek – Geschichte / Mittelalterliche Geschichte (Internet-Ressourcen der Erlanger Historikerseite)]
- [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/indexstart.htm Historisches Seminar der Universität Tübingen, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte (zahlreiche Links und Materialsammlungen)]
- [http://netzwerk.wisis.de/text/42.htm Mittelalter - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Ausführliche Texte und zahlreiche Erklärungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Ereignisgeschichte]
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/ Genealogie Mittelalter] Mittelalterliche Genealogie im Deutschen Reich bis zum Ende der Staufer
- DER SPIEGEL: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,381627,00.html Wie die Erde zur Scheibe wurde] - das Bild vom rückständigen Mittelalter als moderner Mythos
!Mittelalter
Kategorie:Zeitalter
ja:中世
simple:Middle Ages
Ständerbauweise
Die Ständerbauweise ist eine alte Bautechnik zur Errichtung von Gebäuden. Dabei wird aus senkrechten Ständern ein Wandpfostengerüst erstellt, das dann ausgefacht wird. Für die Ständer werden verschiedene Materialien verwendet, am üblichsten ist Holz und Stahl.
Die Ständerbauweise ist eine alte Kulturtechnik. Die traditionelle Holzständerbauweise ist als Fachwerk bekannt; hierbei werden die Zwischenräume (Gefache) meist mit Mauerwerk, Holzbohlen oder einem Holzgeflecht mit Lehmbewurf ausgefacht. Moderne Ständerbauweise ist in Mitteleuropa wenig, in den USA aber sehr verbreitet. Sowohl bei Holz- als auch Metallständerbauweise werden die Ständer meist mit Holz- oder Gipskartonplatten beplankt und mit einem Dämmstoff ausgefacht.
Der Unterschied zur Skelettbauweise besteht darin, daß nicht nur das Rahmengerüst erstellt wird, sondern im gesamten Verlauf der Wand abstützende Ständer verwendet werden.
Kategorie:Baukonstruktion
Kategorie:Fachwerk
Dendrochronologie
Die Dendrochronologie (griech. dendros = Baum, chronos = Zeit) ist eine Datierungsmethode der Archäologie und der Kunstwissenschaft.
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Bei der Dendrochronologie werden die Jahresringe von Bäumen gezählt. Jahresringe von Jahren mit guten Wachstumsbedingungen sind breiter als solche von Jahren mit schlechten Lebensbedingungen. Da für alle Bäume einer Art in einem bestimmten Gebiet die Lebensbedingungen annähernd gleich sind, weisen also alle Bäume einer Art dieser Region das gleiche charakteristische Muster von schmalen und breiten Jahresringen auf.
Ganz unproblematisch ist dies jedoch nicht, da noch andere Faktoren beim Zuwachs der Bäume eine Rolle spielen, wie z.B. die Nährstoffzufuhr, die Konkurrenz von Nachbarbäumen, Beschädigungen, Krankheiten und Schädlingsbefall.
Durchführung der Analysen
Durch Überlagerung der Ringmuster vieler Bäume (Crossdating-Methode) entsteht so eine gemittelte Baumringabfolge (Jahrringchronologie), die aufgrund der überlappenden Lebenszeiten der Bäume viele Jahrtausende abdecken kann. Bis zur Einführung der elektronischen Datenverarbeitung Mitte des 20. Jahrhunderts war die Ermittlung von zeitgleichen Wachstumsabschnitten verschiedener Bäume und die Erstellung der resultierenden Jahrringchronologien eine Zeit raubende Angelegenheit. Die Proben (Baumscheiben oder Bohrkerne) wurden geglättet und mit einem Kontrastmittel (z.B. Kreide) präpariert. Anschließend vermaß man jeden einzelnen Jahrring mit der Lupe. Die gesamten Messwerte wurden als Zeitreihe auf Transparentfolie gezeichnet. Die Zeitreihen aller gemessenen Bäume wurden schließlich auf dem Leuchttisch jahrweise gegeneinander verschoben und auf optische Übereinstimmung hin geprüft. Ein charakteristisches Maß der Übereinstimmung war der sog. Gleichläufigkeitswert (= Prozentsatz der Kurvenintervalle im Überlappungsbereich zweier Kurven, die synchron steigen oder fallen). In der resultierenden Jahrringchronologie treten die gemeinsamen Wachstumsmuster der Bäume stärker hervor, während die individuellen Muster unterdrückt werden. Intervalle, in denen ein hoher Prozentsatz der beteiligten Einzelbäume die gleiche Tendenz (Steigen oder Fallen) aufwies, wurden als sog. Weiserintervalle bezeichnet, denen bei weiteren Vergleichen eine hohe Bedeutung zukam.
Mit zunehmender Verfügbarkeit der elektronischen Datenverarbeitung wurden diese Vergleiche virtuell im Rechner durchgeführt, wobei inzwischen auch zahlreiche statistische Parameter der Zeitreihenanalyse, wie z.B. der Korrelationskoeffizient u.Ä. erhoben werden.
Derartige Jahrringchronologien dienen als Referenzmuster zur weiteren Datierung von Baumproben eines Gebiets.
Wenn eine Jahrringchronologie Lücken zur Gegenwart aufweist, dann ist nur eine relative Datierung möglich (z.B. Baum A wurde soundsoviele Jahre früher als Baum B gefällt). Reicht eine Jahrringchronologie jedoch von der Vergangenheit lückenlos bis in die Gegenwart, dann können die Jahresringe einer Baumprobe für diesen Zeitraum absolut und jahrgenau datiert werden. Eine Baumprobe ist undatierbar, wenn sie z.B. keinem Gebiet bzw. keiner Jahrringchronologie zugeordnet werden kann oder wenn sie aus zu wenigen Jahresringen (weniger als ca. 80) besteht.
In einigen Gebieten konnten so für einige Baumarten relativ lückenlose Jahresringtabellen für die letzten 10.000 Jahre erstellt werden (z.B. Die mitteleuropäische Eichenchronologie). Eine fehlerfreie Dendrochronologie erlaubt es, jedem Baumring das Jahr seiner Entstehung zuzuordnen.
Ausmaß der erstellten Kurven:
- Hohenheimer Kurve (2004) bis 10.461 v. Chr., jüngeres Dryas
- ostmediterrane Kurve (Aegean Dendrochronology Project, ADP) bis 1800 v. Chr., Bronzezeit (2003)
Geschichte der Methode
Der Begründer der Dendrochronologie als Wissenschaft war der amerikanische Astronom Andrew Ellicott Douglass. Dieser suchte nach einem Zusammenhang zwischen den Sonnenflecken und dem Klima, das sich im Baumwachstum widerspiegeln sollte. Dafür vermaß er die Dicke der Jahresringe von Borstenkiefern über einen Zeitraum von 585 Jahren und trug die Werte in ein Diagramm ein. Er erstellte eine Datensammlung, indem er die charakteristischen Abfolgen von extrem schmalen und breiten Jahrringen (sog. event years oder Ereignisjahren) auf einer Zeitskala zur Deckung brachte. Im Jahre 1929 gelang ihm die Datierung indianischer Wohnstätten, als er die Jahrringmuster der archäologischen Fundhölzer in den älteren Abschnitt seines Kalenders einhängen konnte. Der Nachweis der Wirkung der Sonnenaktivität auf das Jahrringmuster konnte jedoch nicht zweifelsfrei erbracht werden.
Anwendungsbeispiele der Dendrochronologie
Spektakuläre Erfolge erreichte die Dendrochronologie inzwischen bei Untersuchungen zur spätmittelalterlichen Tafelmalerei. Die Analysen der Eichentafeln, auf denen etwa Hieronymus Bosch zu malen pflegte, führten zu dem eindeutigen Ergebnis, dass eine ganze Reihe von bislang Bosch zugeschriebenen Werken aus dem Gesamtœuvre ausgeschieden werden mussten. Die Tafeln stammten von Bäumen, die zum Teil erst Jahrzehnte nach Boschs Tod gefällt worden waren.
Dendrochronologisch konnte auch für einen ca. zehnjährigen Zeitraum um das Jahr 540 n. Chr. eine Klimakatastrophe belegt werden (siehe auch Pest unter Justinian I., die sog. Justinianische Plage, und Michael der Syrer). Als Ursache dieser weltweiten atmosphärischen Trübung werden Kometeneinschläge oder Vulkanausbrüche vermutet.
Auch zur zeitlichen Einordnung des beim Bau von Musikinstrumenten (Streich-, Zupf- und Tasteninstrumenten) verwendeten Holzes wird die Dendrochronologie eingesetzt. Neben der Datierung kann die Methode hier Hinweise auf die Herkunft des Holzes und die Holzverwendung in verschiedenen Werkstätten, wie z.B. der des Geigenbaumeisters Jakobus Stainer, geben.
Literatur
zur Methode
- M. G. L. Baillie: A Slice through Time. Dendrochronology and precision Dating, London 1995, ISBN 0-7134-7654-0.
- Fritz H. Schweingruber: Der Jahrring. Standort, Methodik, Zeit und Klima in der Dendrochronolog | | |