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Der Große Brand von London
Der Große Brand von London (engl.: The Great Fire of London), war eine Feuersbrunst, die vom 2. bis 5. September 1666 vier Fünftel der britischen Hauptstadt, darunter die meisten mittelalterlichen Bauten, zerstörte.
Der Brand brach am frühen Morgen des 2. September in der Backstube der königlichen Bäckerei in der Pudding Lane aus. Der Bäcker Thomas Farynor hatte die Glut im Backofen übersehen, als er am Abend seine Backstube abschloss. (Allerdings wurde einige Tage nach dem Brand ein Franzose verhaftet und später abgeurteilt und gehängt, er hatte zugegeben den Brand gelegt zu haben) Der Bäcker selbst wurde in der Nacht durch das Feuer geweckt und konnte mit seiner Familie fliehen; seine Hausmagd dagegen wurde zum ersten Opfer. Durch starken Wind und die leicht entflammbare Baumaterialien der meist aus Holzfachwerk erbauten Häuser konnte sich das Feuer schnell ausbreiten. Der Oberbürgermeister Londons, der aus dem Schlaf geholt wurde, meinte jedoch „eine Frau könnte es auspinkeln“ und ging wieder zu Bett.
Gegen Nachmittag flogen die Lagerhäuser an der Themse in die Luft, da dort Öl, Holz und Kohle lagerten. In den nächsten 3 Tagen zerstörte der Brand rund 13.000 Häuser und 87 Kirchen, darunter auch die alte St. Pauls Cathedral. Der Tower von London konnte nur gerettet werden, weil man die Häuser ringsherum abriss. Rund 100.000 Einwohner Londons wurden obdachlos, aber nur neun Menschen kamen ums Leben. Der Tagebuchautor Samuel Pepys beobachtete das Feuer am Abend des 2. September unweit der alten London Bridge und beschrieb die Szenerie folgendermaßen:
:Wir blieben, bis wir im Dunkeln das Feuer nur als einen einzigen großen Feuerbogen von dieser bis zur anderen Seite der Brücke sahen und einen weiteren Bogen die Anhöhe hinauf von über einer Meile Länge; der Anblick machte mich weinen. Die Kirchen, Häuser und alles in Brand und ein einziges Feuermeer; und ein scheckliches Geräusch machten die Flammen und das Krachen der Häuser beim Zusammenbruch.
Nach dem Brand wurde die Stadt unter der Leitung des Architekten Sir Christopher Wren wiederaufgebaut. Er errichtete 1677 auch die neue St. Pauls Cathedral und das Monument, das als Erinnerung nahe der Pudding Lane steht, wo das große Feuer ausbrach. Wrens Pläne zu einer weitgehenden Umgestaltung Londons, die großzügige, breitere Straßenzüge vorsahen, scheiterten jedoch am Widerstand der Grundeigentümer. So entstand das neue London ziemlich genau auf dem Grundriss der engen mittelalterlichen Stadt. Immerhin wurden die Holz- und Fachwerkbauten nun durch Häuser aus Stein ersetzt, um eine Wiederholung der größten Katastrophe in der Geschichte Londons zu verhindern.
Kategorie:London
London, der große Brand
London, der große Brand
ja:ロンドン大火
5. SeptemberDer 5. September ist der 248. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 249. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 117 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1698 - Um seinem Volk asiatische Bräuche abzugewöhnen, führt der russische Zar Peter der Große eine Steuer auf Bärte ein.
- 1774 - Der erste Kontinentalkongress beginnt in Philadelphia, Pennsylvania. Die englischen Kolonien sprechen sich für die Einstellung des England-Handels aus.
- 1774 - Der englische Weltumsegler James Cook entdeckt auf seiner zweiten Reise eine im Pazifik 1500 km östlich von Australien gelegene Inselgruppe. Er nennt sie nach dem lateinischen Namen für Schottland (Caledonia) Neukaledonien.
- 1793 - Die französische Nationalversammlung beschließt die Terrorherrschaft, der in den kommenden acht Monaten 35.000 bis 40.000 Menschen zum Opfer fallen werden.
- 1869 - Der Grundstein für das Schloss Neuschwanstein wird gelegt.
- 1905 - Die Unterzeichnung des Vertrags von Portsmouth beendet den Russisch-Japanischen Krieg, führt jedoch in Japan zu den Hibiya-Ausschreitungen.
- 1914 - Im 1. Weltkrieg beginnt die Schlacht an der Marne, in deren Verlauf 550.000 Soldaten sterben.
- 1928 - Der britische Bakteriologe Alexander Fleming entdeckt, dass der Schimmelpilz "Penicillin notatum" das Wachstum von Bakterien hemmt.
- 1929 - Der französische Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger Aristide Briand schlägt auf einer Versammlung des Völkerbundes die Bildung einer europäischen Zoll- und Handelsunion als Vereinigte Staaten von Europa vor. Die Idee wird kaum zur Kenntnis genommen.
- 1936 - Der Fotograf Robert Capa nimmt im Spanischen Bürgerkrieg sein berühmtes Bild vom Tod des republikanischen Soldaten Frederico Borell García ("[http://www.pbs.org/wnet/americanmasters/database/images/capa/capa_big_pic1.jpg Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes]") auf.
- 1938 - Auf Befehl Hitlers werden die in der Wiener Schatzkammer gelagerten Reichskleinodien nach Nürnberg gebracht.
- 1939 - Japan und die Vereinigten Staaten erklären ihre Neutralität im europäischen Krieg.
- 1944 - Kriegserklärung der UdSSR an Bulgarien
- 1946 - Pariser Abkommen (auch Gruber-De Gasperi-Abkommen) zwischen Österreich und Italien
- 1960 - Staatskrise in der Demokratischen Republik Kongo: Präsident Kasavubu und Premier Lumumba erklären sich gegenseitig für abgesetzt.
- 1968 - In Tibet wird ein Revolutionskomitee gebildet. Damit haben alle Provinzen von China ein solches.
- 1972 - Olympia-Attentat: Palästinensische Terroristen überfallen im Olympischen Dorf das israelische Team.
- 1973 - Palästinensische Terroristen überfallen die Saudi-Arabische Botschaft in Paris.
- 1975 - Attentat auf US-Präsident Gerald Ford
- 1977 - Hanns-Martin Schleyer wird von einem RAF-Kommando entführt. Der „Deutsche Herbst“ beginnt.
- 1978 - Die erste Camp-David-Konferenz zwischen Anwar as-Sadat und Menachem Begin in den USA beginnt. Sie dauert bis 17. September.
- 1991 - UdSSR aufgelöst. Der Volksdeputiertenkongress beschließt die Bildung einer Übergangsregierung, die aus den Präsidenten der einzelnen Republiken besteht. Im Dezember wurde die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gegründet.
- 1995 - Frankreich zündet auf dem Mururoa-Atoll eine Atombombe zu Versuchszwecken.
- 1999 - Wahldebakel für die SPD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und im Saarland. Ottmar Schreiner tritt als Bundesgeschäftsführer zurück.
- 2002 - Anschlag auf den Hamid Karzai, den Präsidenten der Übergangsregierung von Afghanistan
Wirtschaft
- 1899 - Christine Hardt aus Dresden lässt sich den Büstenhalter patentieren.
- 1944 - Unterzeichnung des Zollunionsvertrages zur Gründung der Benelux-Wirtschaftsunion ( Inkrafttreten am 1. Januar 1948)
Wissenschaft und Technik
- 1869 - Der Meteorologe James Glaisher und sein Pilot Henry Coxwell steigen in einem Ballon mit offener Kabine bis auf 11.300 m auf.
- 1975 - In Bremerhaven wird das von Hans Scharoun entworfene Deutsche Schiffahrtsmuseum eröffnet.
- 1977 - Start der US-amerikanischen Raumsonde Voyager 1, welche am 5. März 1979 an Jupiter und am 12. November 1980 an Saturn vorbeifliegen wird.
- 1980 - Der Gotthard-Strassentunnel wird eröffnet.
Kultur
- 1958 - Die englische Ausgabe des Romans Doktor Schiwago von Boris Pasternak erscheint.
- 1980 - Uraufführung der Oper "Satyagraha" von Philip Glass an der Stadschouwburg an Rotterdam.
- 2001 - Start der Aufführung des Musikstücks "As slow as possible" von John Cage in Halberstadt mit einer Gesamtpieldauer von 639 Jahren
Religion
Katastrophen
- 2003 - Wirbelsturm "Fabian" überquert mit Windgeschwindigkeiten von 200 km/h die Inseln der Bermudas.
- 2005 - Tirol. Bei einem Seilbahnunglück im Gletscherskigebiet von Sölden kommen neun deutsche Touristen ums Leben, als ein Transporthubschrauber der auf dem Weg zur Bergstation war, einen Betonkübel verlor, der eine Gondel traf und mit in die Tiefe riss.
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1948 - Im Tennis Davis Cup besiegt die Mannschaft der USA die Mannschaft von Australien mit 5:0 Punkten
- 1970 - Im Training zum Großen Preis von Italien in Monza verunglückt der deutsche Formel-1-Fahrer Jochen Rindt tödlich. Im Oktober wird er zum Weltmeister erklärt, da er die Gesamtwertung uneinholbar anführte.
- 2001 - Otto Rehhagels Debüt als griechischer Nationaltrainer missglückt beim WM-Qualifikationsspiel in Finnland mit einem 1:5 gegen die Nordeuropäer
Geboren
Otto Rehhagels
Otto Rehhagels
- 1187 - Ludwig VIII. ("der Löwe"), König von Frankreich
- 1500 - Maria, Regentin der Herrlichkeit Jever
- 1568 - Tommaso Campanella, italienischer Philosoph
- 1638 - Ludwig XIV. (der "Sonnenkönig"), französischer König
- 1733 - Christoph Martin Wieland, deutscher Dichter
- 1735 - Johann Christian Bach, deutscher Komponist
- 1764 - Henriette Herz, jüdische Schriftstellerin
- 1767 - August Wilhelm Schlegel, deutscher Dichter
- 1771 - Erzherzog Karl, Feldherr und Mitglied des Hauses Habsburg-Lothringen
- 1774 - Caspar David Friedrich, deutscher Maler und Grafiker
- 1779 - Franz von Sonnenberg, deutscher Dichter
- 1791 - Giacomo Meyerbeer, deutscher Komponist und Dirigent
- 1792 - Andrés de Santa Cruz, Staatspräsident von Peru
- 1823 - Willibald Beyschlag, deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Universitätsprofessor
- 1847 - Jesse James, US-amerikanischer Bandit
- 1867 - Amy Marcy Beach, USA, Schauspielerin, gest. 1944
- 1872 - Carl Friedrich von Siemens, deutscher Industrieller
- 1878 - Robert von Lieben, österreichischer Physiker
- 1883 - Mel Sheppard, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1885 - Useir Gadschibekow, aserbaischanischer Komponist
- 1888 - Sarvepalli Radhakrishnan, indischer Philosoph, Politiker, Staatspräsident
- 1890 - Johann Josef Demmel, deutscher Bischof († 1971)
- 1896 - Heimito von Doderer, österreichischer Erzähler
- 1902 - Hans G. Bentz, deutscher Schriftsteller
- 1902 - Fritz-Dietlof von der Schulenburg, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1902 - Darryl F. Zanuck, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1905 - Arthur Koestler, ungarischer Schriftsteller
- 1905 - Willy Schneider, deutscher Sänger
- 1907 - Wolfram Dörinkel, deutscher Politiker, FDP-MdB 1961-1965
- 1907 - Sunnyland Slim, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1912 - John Cage, US-amerikanischer Komponist
- 1912 - Kristina Söderbaum, schwedische Schauspielerin
- 1917 - Jean Bertin, französischer Ingenieur und Aeronautiker
- 1921 - Karl Decker, österreichischer Fussballspieler und -trainer
- 1922 - Gisela Trowe, deutsche Schauspielerin
- 1927 - Dionys Jobst, CSU-MdB 1969-1998
- 1928 - Albert Mangelsdorff, deutscher Musiker(† 2005)
- 1929 - Andrijan Grigorjewitsch Nikolajew, sowjetischer Kosmonaut
- 1931 - Walt Ford, US-amerikanischer Sänger
- 1933 - Francisco Javier Errázuriz Ossa, Erzbischof von Santiago de Chile und Kardinal
- 1935 - Dieter Hallervorden, deutscher Kabarettist und Komiker
- 1935 - Alfred Schmidt, deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1939 - George Lazenby, australischer Dressman und Schauspieler
- 1939 - Clay Regazzoni, schweizerischer Formel-1-Rennfahrer
- 1939 - John Stewart, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1939 - Susumu Tonegawa, japanischer Biologe (Medizinnobelpreis 1987)
- 1940 - Raquel Welch, US-amerikanische Schauspielerin
- 1942 - Werner Herzog, deutscher Filmregisseur
- 1943 - Christine Merthan, österreichische Schauspielerin
- 1945 - Al Stewart, britischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1945 - Gérard d'Aboville, französischer Ruderer, überquerte als erster Mensch alleine im Ruderboot den Atlantik und den Pazifik
- 1946 - Dean Ford, britischer Musiker und Sänger
- 1946 - Freddie Mercury, britischer Sänger (Queen)
- 1946 - Buddy Miles, US-amerikanischer Musiker
- 1946 - Loudon Wainwright III, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1948 - Benita Ferrero-Waldner, österreichische Politikerin
- 1949 - Dave Clempson, britischer Musiker
- 1949 - Wolfgang Schuster, Stuttgarter Oberbürgermeister
- 1951 - Paul Breitner, deutscher Fußballspieler
- 1951 - Michael Keaton, US-amerikanischer Schauspieler
- 1958 - Sal Solo, britischer Musiker und Sänger
- 1959 - Waldemar Pawlak, polnischer Politiker
- 1959 - Frank Schirrmacher, deutscher Publizist und Autor
- 1962 - Peter Wingfield, britischer Schauspieler
- 1967 - Matthias Sammer, deutscher Fußballspieler und -trainer
- 1967 - Rein van Duijnhoven, niederländischer Torwart beim VfL Bochum
- 1973 - Rose McGowan, US-amerikanische Schauspielerin
- 1976 - Carice van Houten, niederländische Schauspielerin
Gestorben
Carice van Houten
- 1165 - Nijo, 78. Kaiser von Japan (1158 - 1165)
- 1562 - Katharina Zell, Liederdichterin in Straßburg
- 1566 - Süleyman I., der Prächtige, der wohl berühmteste Sultan der Osmanen
- 1569 - Bernardo Tasso, italienischer Dichter
- 1569 - Pieter Bruegel der Ältere, niederländischer Maler
- 1693 - Odoardo II. Farnese, Sohn des Herzogs Ranuccio II. Farnese von Parma und Piacenza
- 1701 - Jakob II., König von England und als Jakob VII König von Schottland
- 1725 - Christian Wernicke, deutscher Epigrammatiker
- 1803 - Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos, französischer Schriftsteller und Offizier
- 1813 - James Wyatt, englischer Baumeister
- 1836 - Ferdinand Raimund, österreichischer Dramatiker
- 1855 - Thomas Livingstone Mitchell, britischer Forscher
- 1857 - Auguste Comte, französischer Philosoph, Mathematiker, Soziologe
- 1858 - Moritz Saphir, österreichischer Schriftsteller
- 1859 - Friedrich Olivier, deutscher Maler
- 1867 - Santiago Derqui, Präsident von Argentinien
- 1876 - Manuel Blanco Encalada, chilenischer Politiker
- 1877 - Crazy Horse, Kriegshäuptling der Oglala-Lakota-Sioux-Indianer
- 1879 - Adolf Harless, deutscher protestantischer Theologe
- 1893 - Hermann Hunaeus, Architekt
- 1894 - Edward Inglefield, britischer Admiral und Polarforscher
- 1902 - Rudolf Virchow, deutscher Mediziner und Politiker
- 1906 - Ludwig Boltzmann, österreichischer Physiker
- 1906 - Pjotr Stolypin, russischer Politiker
- 1917 - Albin Köbis, deutscher Matrose
- 1929 - Paul Leni, deutscher Regisseur und Bühnenbildner
- 1934 - Joop ter Beek, niederländischer Fußballspieler
- 1940 - Paul Goesch, Maler, Architekt, NS-Opfer
- 1943 - Walter Graf von Brockdorff-Ahlefeldt, deutscher General im Zweiten Weltkrieg
- 1945 - Louis Weinert-Wilton, deutscher Schriftsteller
- 1945 - William von Simpson, deutscher Schriftsteller
- 1949 - Friedrich Hopfner, Geodät, Geophysiker und Planetenforscher
- 1956 - Walther Hensel, deutscher Volksliedforscher und Volksliedsammler
- 1969 - Hans-Joachim Rehse, Richter am Volksgerichtshof
- 1969 - Jan Bontjes van Beek, deutscher Bildhauer und Keramiker
- 1969 - Josh White, US-amerikanischer Musiker
- 1970 - Jochen Rindt, österreichischer Rennfahrer
- 1971 - Hans Domizlaff, deutscher Künstler
- 1973 - Hans Demmelmeier, deutscher Politiker und MdB
- 1979 - Alberto di Joric, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1982 - Douglas Bader, britischer Kampfflieger
- 1987 - Wolfgang Fortner, deutscher Komponist
- 1988 - Gert Fröbe, deutscher Schauspieler
- 1989 - Wenzel Lüdecke, deutscher Filmproduzent
- 1990 - Beppo Brem, deutscher Schauspieler
- 1992 - HP Zimmer, deutscher Maler und Bildhauer
- 1994 - Rudolf Raftl, deutscher und österreichischer Fußballspieler
- 1997 - Agnes Gonxha Bojaxhio, Gründerin einer Hilforganisation
- 1997 - Georg Solti, ungarischer Dirigent
- 1997 - Mutter Teresa, Gründerin des Ordens »Missionarinnen der Nächstenliebe« (Friedensnobelpreis 1979)
- 2003 - Charles Hubert Sisson, britischer Schriftsteller
- 2005 - Heinz Melkus, deutscher Rennfahrer und Konstrukteur
Feier- und Gedenktage
- Namenstage: Roswitha, Albert, Bertin, Gerald, Maria Theresia, Hermine, David, Laurenz
Siehe auch
- 4. September - 6. September
- 5. August - 5. Oktober
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0905
ja:9月5日
ko:9월 5일
ms:5 September
simple:September 5
th:5 กันยายน
Mittelalter]]
Das Mittelalter bezeichnet eine Epoche in der europäischen Geschichte
zwischen der Antike und der Neuzeit, die christliche, antike und
keltische, germanische und slawische Entwicklungen zusammenführt.
Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform ist der Feudalismus.
Grundzüge des Mittelalters sind die nach Ständen geordnete Gesellschaft, die gläubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft, Latein oder Griechisch als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache, die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) und ein recht einheitliches Weltbild.
Zeitliche Festlegung
Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 bzw. 600 n. Chr. bis 1500 n. Chr. ein. Wesentlich genauer sind jedoch folgende Merkmale:
Das Mittelalter erstreckt sich ungefähr vom Ende der Völkerwanderung (375-568) bzw. vom Untergang des weströmischen Kaisertums 476 bis zum Zeitalter der Renaissance seit der Mitte des 15. Jahrhunderts bzw. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Bezüglich der Problematik der Datierung des Beginns des Mittelalters siehe Spätantike.
Die Datierungen sind nicht immer einheitlich, es kommt oft darauf an, welche Aspekte der Entwicklung bevorzugt werden und von welchem Land man ausgeht. Stellt man zum Beispiel den Einfluss des Islam in den Vordergrund, kann man Mohammeds Hidschra (622) oder den Beginn der arabischen Expansion ab 632 als Beginn sehen. Ebenso gibt es unterschiedliche Datierungsmöglichkeiten für das Ende des Mittelalters, beispielsweise die Erfindung des Buchdrucks (um 1450) oder auch die Reformation (1517).
Fokussiert man einzelne Länder, kann man auch zu verschiedenen Eckdaten kommen. So endete die Antike am Rhein oder in Britannien sicher früher als etwa in Syrien. Und so war zum Beispiel um 1420 in Italien bereits das Zeitalter der Renaissance angebrochen, während man zur gleichen Zeit in England mit gutem Grund noch vom Mittelalter spricht.
Mittelalter bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte des christlichen Abendlands vor der Reformation - der Begriff wird kaum im Zusammenhang mit außereuropäischen Kulturen verwendet.
Die Einteilung in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter
Man kann das Mittelalter grob in 3 Phasen gliedern:
- Frühmittelalter (Mitte 6. Jahrhundert bis Anfang 11. Jahrhundert)
- Hochmittelalter (Anfang 11. Jahrhundert bis ca. 1250)
- Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500)
Frühmittelalter
In das Frühmittelalter fällt unter anderem auch die Zeit der Völkerwanderung, wobei die Forschung aber mittlerweile dazu tendiert, diese aus dem Mittelalter herauszunehmen, sie als Bindeglied zwischen Antike und Mittelalter zu sehen und der Spätantike zuzurechnen.
Weitere einschneidende Entwicklungen sind die weitgehende Christianisierung Europas, der Aufstieg des Fränkischen Reiches, der Einfall der Wikinger, der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und die Kämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum. Außerdem wirkt der Aufstieg des Islam und sein schnelles Ausgreifen bis nach Europa prägend.
Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist.
Wesentliche Kulturträger sind das Byzantinische Reich, die Klöster, insbesondere die des Benediktinerordens, sowie die Gelehrten des arabisch-muslimischen Kulturkreises.
Siehe auch Hauptartikel: Frühmittelalter.
Hochmittelalter
Das Hochmittelalter ist die Blütezeit des Rittertums und des römisch-deutschen Kaiserreichs, des Lehnswesens und des Minnesangs. Es ist auch die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht im Investiturstreit, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Innerhalb der Scholastik wird Aristoteles zur wichtigsten nicht-christlichen Autorität. Der Einfluss der Kirche zeigt sich vor allem an den Kreuzzügen gegen den Islam, denen auch Juden zum Opfer fallen. Im Zuge der Kreuzzüge entwickelt sich ein Fernhandel mit der Levante, von dem insbesondere die italienischen Stadtstaaten profitieren. Die Geldwirtschaft gewinnt gegenüber der Naturalwirtschaft immer stärker an Bedeutung. Die wichtigsten Orden des Hochmittelalters sind neben den Zisterziensern die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner. Im Hochmittelalter entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt.
Siehe auch Hauptartikel: Hochmittelalter.
Spätmittelalter
Hochmittelalter]]
Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte und der Geldwirtschaft. In dieser Zeit steigt die Hanse zur Handelsmacht auf. Seit etwa 1280 bis einige Jahrzehnte nach der "Großen Pest" (Schwarzer Tod) in der Zeit von 1349 bis 1351 macht die europäische Geschichte einige krisenhafte Entwicklungen, die zu einem starken Bevölkerungsrückgang (Wüstung, Pest) führen, aber auch zu starken Veränderungen der Gesellschaftstruktur, die allmählich zur Neuzeit überleiten (siehe auch: Krise des 14. Jahrhunderts).
Siehe auch Hauptartikel: Spätmittelalter.
Ende des Mittelalters
Als wesentlich für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit betrachtet man im Allgemeinen die Zeit der Renaissance (je nach Land spätes 14. Jahrhundert bis 16. Jahrhundert), die Entdeckung insbesondere der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus 1492, die Erfindung des Buchdrucks 1450 und die damit beschleunigte Verschriftlichung des Wissens, den Verlust des Einflusses der institutionalisierten katholischen Kirche und den Beginn der Reformation. Diese Ereignisse sind alle rund um die Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhundert anzusiedeln.
Auch die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wird als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. Dies ist nicht nur eine zeitlich passende Vereinfachung, sondern hat einige Berechtigung, weil mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches das letzte lebendige Überbleibsel der Antike unterging. Des Weiteren war der dadurch ausgelöste Strom byzantinischer Flüchtlinge und Gelehrter nach Italien hauptverantwortlich für den Beginn der Renaissance. Darüber hinaus wurden die Handelsrouten nach Asien durch die Ausbreitung des Osmanischen Reiches blockiert, so dass westeuropäische Seefahrer neue Wege erkundeten. Dabei wurde unter anderem Amerika entdeckt – zumindest war es das erste Mal, dass die Existenz Amerikas innerhalb weniger Jahre in ganz Europa bekannt wurde.
Auf musikalischem Gebiet ist das Ende des Mittelalters am besten mit der Umstellung von Quint-Oktavklängen zu terzhaltigen Harmonien zu bestimmen. Die englischen Komponisten waren hier sehr früh (Anonymus 4 spricht bei dieser Entwicklung auf dem Kontinent sogar direkt von englischem Einfluss); vor allem Dunstable ist hier zu nennen. Ab ca. 1430 lässt sich dieser Wandel in Italien dingfest machen, wobei terzhaltige Klänge nicht sofort die reinen Intervalle als Ruhepole der Komposition ablösten und vor allem am Schluss einer Komposition das ganze 15. Jahrhundert hindurch noch der Klang ohne Terz bevorzugt wurde.
Der Begriff Mittelalter
Der Begriff Mittelalter, erstmals im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten benutzt, hatte schon von Beginn an eine negative Bedeutung, weil sie das Mittelalter als „dunkle“ Epoche zwischen der Antike und ihrer Zeit ansahen, in der antike Traditionen wiedergeboren wurden. Aber erst im 17. Jahrhundert wurde diese Einteilung endgültig vorgenommen. Demnach begann das Mittelalter mit dem Ende des Weströmischen Reiches im Jahre 476 und endete mit der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 durch die Osmanen.
Im Englischen spricht man für den Zeitraum nach Ende der römischen Besatzung bis etwa zur Zeit König Alfreds von Wessex, also für die Zeit der Einwanderung der Angeln, Sachsen und Jüten, aufgrund der mangelhaften schriftlichen Quellen von „The Dark Ages“.
Noch heute bezeichnen wir eine Denkweise als „mittelalterlich“, wenn wir sie als starr und veraltet kritisieren wollen. Auch die umgangssprachliche Wendung „Rückkehr ins Mittelalter“ ist negativ besetzt. In der Romantik wurde das Mittelalter allerdings auch wieder positiver gesehen, teilweise auch systematisch verklärt. In der modernen Forschung werden die originären Leistungen des Mittelalters und die wenigstens teilweise vorhandene Kontinuität der antiken Kultur betont. Der bekannte und angesehene französische Mediävist Jacques Le Goff betonte erst jüngst die Geburt Europas im Mittelalter.
Sonstiges
In der japanischen Geschichte wird die Zeit von ca. 1200 bis ca. 1600 als Mittelalter bezeichnet. Diese Epoche zeichnete sich durch eine starke Dominanz des Buddhismus und des Feudalismus aus.
Siehe auch
- Portal:Mittelalter
Literatur
Wichtige Quellen sind im großen Umfang gesammelt in der Monumenta Germaniae Historica. Siehe auch die dt.-latein. Ausgaben der Freiherr-vom-Stein Gedächtnisausgabe (FSGA). Wichtige Quellen stellen u.a. neben der Geschichtsschreibung auch Constitutionen und andere Aktenquellen sowie Regesten dar.
Eine hervorragende Bibliographie findet sich [http://www.histsem.uni-bonn.de/proseminar/lsma15.htm hier (erstellt vom Historischen Seminar der Uni. Bonn)] sowie [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/tutorium/literatur/literatur.htm hier (Uni. Tübingen; umfangreiche Liste mit Quellen- und Literaturangaben)]. Ansonsten sei auf die Angaben im Lexikon des Mittelalters oder den Bibliographien der unten aufgeführten Werke verwiesen.
Nachschlagewerke
- The New Cambridge Medieval History, Cambridge 1995 ff. Noch im Entstehen begriffen, mit hervorragender Bibliographie.
- Lexikon des Mittelalters, 9 Bde., Ausgabe des dtv-Verlags, München 2002 (in Hardcover München-Zürich 1980-1998). Grundlegendes Werk
Sekundärliteratur
- Hartmut Boockmann: Einführung in die Geschichte des Mittelalters, mehrere Neuauflagen, München 2001. Wohl die beste strukturelle Einführung ins Mittelalter, mit guten bibliographischen Angaben.
- Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter, Frankfurt/M., Berlin 1988 ISBN 3-548-34004-0
- Arno Borst: Barbaren, Ketzer und Artisten: Welten des Mittelalters, München 1988 ISBN 3-492-03152-8
- Fischer Weltgeschichte, Mittelalter und frühe Neuzeit (4 Bände) ISBN 3596507324
- Horst Fuhrmann: Einladung ins Mittelalter, Verlag C. H. Beck, München 1987 ISBN 3-406-32052-X
- Horst Fuhrmann: Überall ist Mittelalter : von der Gegenwart einer vergangenen Zeit, Verlag C. H. Beck, München 1996 ISBN 3-406-40518-5
- Friedrich Heer: Mittelalter. Von 1100 bis 1350, Zürich 1964
Weblinks
- [http://www.erlangerhistorikerseite.de/ma_resso.html Virtuelle Bibliothek – Geschichte / Mittelalterliche Geschichte (Internet-Ressourcen der Erlanger Historikerseite)]
- [http://www.uni-tuebingen.de/mittelalter/indexstart.htm Historisches Seminar der Universität Tübingen, Abteilung für Mittelalterliche Geschichte (zahlreiche Links und Materialsammlungen)]
- [http://netzwerk.wisis.de/text/42.htm Mittelalter - SUSAS Netzwerk für Wissensweitergabe - Ausführliche Texte und zahlreiche Erklärungen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Ereignisgeschichte]
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/ Genealogie Mittelalter] Mittelalterliche Genealogie im Deutschen Reich bis zum Ende der Staufer
- DER SPIEGEL: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,381627,00.html Wie die Erde zur Scheibe wurde] - das Bild vom rückständigen Mittelalter als moderner Mythos
!Mittelalter
Kategorie:Zeitalter
ja:中世
simple:Middle Ages
Bäckerei
Eine Bäckerei ist ein Handwerksbetrieb, in dem Backwaren wie zum Beispiel Brot, Brötchen oder Kuchen hergestellt werden.
Grundsätzlich kann man Bäckereien in 3 verschiedene Größenordnungen einteilen:
- Kleinbäckereien, die nur kleine Mengen an Backwaren herstellen, die im eigenen Bäckereiladen verkauft werden.
- Mittelständische Bäckereibetriebe, in denen ein Teil der Produktion automatisiert ist. Diese Bäckereibetriebe versorgen meistens eine größere Anzahl von (meist eigenen) Bäckereiläden im begrenzten Umkreis.
- Großbäckereien, in denen fast die gesamte Produktion automatisiert ist. Diese Bäckereien stellen meistens Brot und/oder Brötchen her, die mit Hilfsmitteln (z.B. Konservierungsmittel) länger haltbar gemacht werden. Die Produkte werden meistens über Supermärkte vertrieben.
"Frische" Brötchen werden in der Regel in der zentralen Backstube vorgebacken und erst kurz vor dem Verkauf in den Bäckereiläden fertiggebacken.
Bäckereien und Brauereien sind eng verwandte Handwerksbetriebe. Beide benutzen als Basis Getreide und Hefe. In Ägypten wurde Bier aus Brot hergestellt. Rumpelstilzchen im Märchen der Gebrüder Grimm singt: Heute back ich, morgen brau ich ...
Siehe auch: Konditorei, Feldbäckerei
Kategorie:Essen & Trinken
Franzose
Kategorie:Wikipedia:Qualitätssicherung
Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherungsseite statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Der Artikel wurde wegen des Überarbeiten-Bausteins auf die QS-Seiten gestellt. Diskussionen über den Überarbeitungsstand des Artikels sollten auf der entsprechenden QS-Seite zwecks gemeinschaftlicher Überarbeitung geführt werden. Gruß -- Thomas S. QS-Mach mit! 23:28, 22. Nov 2005 (CET)
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Die Franzosen sind ein europäisches Volk mit etwa 55 Mio. Angehörigen in Frankreich und den ehemaligen Kolonien.
Die französischsprachige Bevölkerung der Nachbarländer Frankreichs werden nicht als Franzosen gesehen, sondern als Wallonen (in Belgien) oder Schweizer.
Geschichte
Die Franzosen entstanden aus Teilen der keltischen Urbevölkerung(Gallier), aus Resten der römischen Bevölkerung in Südfrankreich und den aus Toxandrien eingewanderten germanischen Franken. Weiterhin prägend waren im Südosten burgundische Bevölkerungsteile, so wie ab dem 10. Jahrhundert die Einwanderung von Normannen in der Normandie.
Besonderheiten
Franzosen werden in Deutschland auch scherzhaft als Franzmänner bezeichnet und in England als Frogs (nach der ihnen unterstellten Vorliebe für Froschschenkel).
Siehe auch: Liste bedeutender Franzosen
Kategorie:Europäische Ethnie
Kategorie:Frankreich
Themse in der Bildmitte, dem Palace of Westminster (Sitz des britischen Parlaments) und Big Ben.]]
Big Ben, City Hall, London Bridge.]]
London Bridge
Die Themse (engl. River Thames []) ist ein durch Südengland fließender Fluss, der London mit der Nordsee verbindet. Allerdings gibt es auch einen Fluss gleichen Namens in der Provinz Ontario in Kanada. An diesem Fluss liegt ebenfalls eine Stadt mit Namen London.
Verlauf
Die Themse hat eine Länge von 346 Kilometern, die Quelle liegt in der Nähe des Dorfes Kemble in den Cotswolds; sie fließt dann durch Oxford (wo sie "Isis" genannt wird, eine Abkürzung ihres lateinischen Namens Thamesis), Wellingford, Reading, Maidenhead, Eton und Windsor. Nachdem sie ihr Quellgebiet Gloucestershire verlassen hat, bildet sie traditionell die Grenze zwischen den Grafschaften, zunächst zwischen Gloucestershire und Wiltshire, zwischen Berkshire am südlichen Ufer und Oxfordshire im Norden, dann zwischen Berkshire und Buckinghamshire, Buckinghamshire und Surrey, Surrey und Middlesex und zwischen Essex und Kent. Auch heute noch ist die Themse eine administrative Grenze, wenn auch eine nicht mehr so wichtige.
Die ersten Ausläufer von Greater London werden mit Syon House, Hampton Court, Richmond (mit einer bekannten Sicht auf die Themse von Richmond Hill) und Kew passiert, bevor sie durch die Londoner Innenstadt fließt, danach Greenwich und Dartford, bevor sie an ihrer Mündung bei Southend in einem Ästuar die Nordsee erreicht. Das Gebiet westlich von London wird manchmal "Themse-Tal" genannt, Politiker sprechen jedoch lieber vom Thames Gateway (Themse-Tor).
Ästuar
Etwa 90 Kilometer vor der Mündung beginnt der Fluss Anzeichen für Tidenaktivität zu zeigen, da die Nordsee ihn beeinflusst. London wurde der Überlieferung nach zur Hauptstadt des römischen Britanniens gemacht, weil sich dort im Jahre 43 v. Chr. die erste Tidenaktivität zeigte, aber durch eine Kombination verschiedener Faktoren hat sich dieser Punkt in den letzten 2000 Jahren flussaufwärts verschoben. In London enthält das Wasser leichte Anteile von Meersalz (Brackwasser).
Zwischen Maidenhead und Windsor versorgt die Themse einen künstlichen, zum Hochwasserschutz geschaffenen Nebenkanal, den Jubilee River.
Des Weiteren weist die Themse unzählige Inseln auf. Ein Aberglaube besagt, dass es Glück bringt, wenn man in die Themse spuckt.
Geschichte
Die Themse bildete im 16. und 17. Jahrhundert eine wichtige Verbindung zwischen London und Westminster. Die Clan-ähnlich organisierte Gilde der "Wassermänner" beherrschte den Waren- und Personenverkehr auf dem Fluss und duldete keine Konkurrenz.
Während der "kleinen Eiszeit" im 17. und 18. Jahrhundert war die Themse im Winter oft zugefroren. 1607 wurde erstmals ein Jahrmarkt in Form einer Zeltstadt auf dem Fluss abgehalten, der eine Reihe von Vergnügungen anbot, darunter Eis-Kegeln. Nachdem die Temperaturen ab 1814 wieder stiegen, fror der Fluss nicht mehr komplett zu. Ein weiterer Faktor könnte der Bau der neuen London Bridge 1825 gewesen sein: Die neue Brücke hatte weniger Pfeiler und erlaubte dem Fluss eine höhere Fließgeschwindigkeit, so dass er zum kompletten Zufrieren nicht mehr langsam genug war.
Im 18. Jahrhundert wurde die Themse zu einem der meistbefahrenen Wasserwege der Welt, da London zum Zentrum des großen, handelsfreudigen britischen Empires wurde. In dieser Zeit kam es zu einem der schlimmsten Unfälle auf dem Fluss. Am 3. September 1878 stießen das überfüllte Vergnügungsboot Princess Alice und die Bywell Castle zusammen. 640 Menschen fanden den Tod.
1858 wurde die Verschmutzung und der damit einhergehende Gestank des Flusses so schlimm, dass die Sitzungen des Unterhauses in Westminster eingestellt werden mussten. In einer konzertierten Aktion wurden daher an beiden Ufern unter der Leitung des Ingenieurs Joseph Bazalgette große Abwasserkanäle gebaut.
Joseph Bazalgette
Mit dem Aufkommen der Eisenbahn, der Zunahme des Straßenverkehrs und dem Niedergang des Empires in den Jahren 1914 nahm auch die wirtschaftliche Bedeutung der Themse ab. London selbst ist heute kein wichtiger Hafen mehr, der Port of London liegt heute weiter flussabwärts bei Tilbury. Langsam kehrte wieder Leben in den früher toten, verschmutzten Fluss zurück, und heute ist die Themse der sauberste durch eine Großstadt fließende Fluss der Welt.
In Woolwich Reach, London, gibt es seit 1980 ein Sperrwerk gegen den Tideneinfluss. Mit 532 m Länge gehört die Thames Barrier zu den größten Sturmflutschutzanlagen der Welt. Nach der katastrophal verlaufenen Sturmflut von 1953, bei der viele Menschen starben, wurde der Bau von der britischen Regierung in Angriff genommen. Die 500 Millionen Pfund teure Barriere soll die Millionenstadt heute und in Zukunft vor schweren Flutwellen aus der Nordsee schützen.
Über den Fluss führen zahlreiche Brücken, die bekannteste ist die Tower Bridge in London.
Kategorie:Fluss in Großbritannien
Kategorie:London
als:Themse
ja:テムズ川
simple:River Thames
Holz
Holz (v. althochdt.: holz = Abgehauenes) bezeichnet die feste harte Substanz des Stammes, der Äste und Zweige von Bäumen und Sträuchern. Es wird in den Pflanzen von den Zellen des Meristems gebildet. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist eine der ältesten Nutzpflanzen.
Es besteht aus:
- Zellulose (40-50 %)
- Lignin (20-30 %)
- Hemicellulose (Polyosen) (20-30 %)
- Akzessorische Bestandteile (auch Begleit-, Inhalts- oder Extrastoffe) (1-3 %, Tropenholz bis 15 %!): Fette, Stärke, Zucker, Eiweiß, Phenole, Wachse, Pektine, Gerbstoffe (nur bei Laubhölzern), Sterine, Harz, Terpene
- Asche (0,1-0,5 %, Tropenholz bis 5 %)
Im Wald befindliches, nicht lebendes Holz nennt man auch Totholz.
Gewinnung und Verwendung
Bei der Gewinnung von Holz für industrielle oder sonstige Zwecke ist zwischen nachhaltiger Forstwirtschaft und devastierendem Raubbau zu unterscheiden.
Holz wird genutzt als:
# Brennstoff: Holz weist als nachwachsender Rohstoff eine extrem günstige Energiebilanz auf, ohne dass die Produktionsfläche nur der Produktion dient. Aus diesem Grund fand Holz Verwendung als Brennstoff in Holzöfen. Durch die Entwicklung bequemer Befeuerungsanlagen wie der Holzpelletheizung oder die einfache Handhabung von Hackschnitzel kommt die Nutzung von Holz als Brennstoff inzwischen wieder häufiger vor.
# Rohstoff für Zellstoff, aus dem wiederum Papier hergestellt werden kann.
# Rohstoff für chemische Prozesse.
# Baustoff (Bauholz): Das höchste Holzgebäude der Welt steht in Magdeburg, Deutschland. Es handelt sich um den Jahrtausendturm (eröffnet 1999 im Rahmen der Bundesgartenschau auf dem Gelände des Elbauenparks).
# Ausgangsstoff für Holzwerkstoffe wie beispielsweise Spanplatten, Tischlerplatten oder Sperrholz.
# für Energieversorgungsmasten und Holzschwellen für die Eisenbahn stellt es mit seinen hervorragenden Eigenschaften, auch als nachwachsender Rohstoff, eine sinnvolle Möglichkeit der Nutzung dar.
# Material für Möbel in Form von Massivholzplatten, Furnier
# Rahmenkonstruktion im Fenster-Bau
# Gebrauchtes Holz wird als Altholz bezeichnet und dient zerkleinert als Rohstoff für die Holzwerkstoffindustrie. Altholz wird zunehmend aber auch als Brennmaterial in Biomassekraftwerken zur regenerativen und CO2-neutralen Energiegewinnung genutzt.
# Ausgangsmaterial für die Herstellung von Branntwein, siehe Holzbranntwein
# Klanghölzer für Musikinstrumente
Holzarten
Nadelholz
Holzbranntwein
Entwicklungsgeschichtlich sind Nadelhölzer älter als Laubhölzer, haben daher einen einfacheren anatomischen Zellaufbau und besitzen nur zwei Zellarten.
#Tracheiden: Langgestreckte (prosenchymatische) an den Enden spitz zulaufende Zellen, die nur mit Luft oder Wasser gefüllt sind. Sie haben einen Anteil von 90-95 % der Holzsubstanz. Über so genannte Tüpfelpaare erfolgt der Wasseraustausch zwischen den Zellen. In radialer Richtung sorgen die Holzstrahlen (Quertracheiden) für den Wassertransport. Sie haben einen Anteil von 4-12 % an der gesamten Holzsubstanz.
#Parenchymzellen: Meist rechteckige Zellen, die die Leitung von Nähr- und Wuchsstoffen sowie die Speicherung von Stärke und Fetten übernehmen. In radialer Richtung bilden sie ebenfalls Holzstrahlen und umgeben die Harzkanäle, hier spricht man dann auch von Epithelzellen. Diese Epithelzellen produzieren das Harz, welches sie in den Harzkanal ausscheiden. Auch Nadelbäume, die keine Harzkanäle besitzen (z.B. Tanne), können so im Falle einer Verwundung traumatische Harzkanäle bilden.
Die Nadelbäume Fichte, Lärche, Kiefer und Douglasie besitzen Harzkanäle, Eibe, Tanne und Wacholder nicht.
Laubholz
Wacholder
Die Zellen von Laubholz sind wesentlich differenzierter als die von Nadelholz. Man kann sie in drei funktionale Gruppen einteilen.
#Leitgewebe: Gefäße (Tracheen), Gefäßtracheiden, vasizentrische Tracheiden. Die beiden letzteren sind Zwischenstufen in der Entwicklung von der Tracheide zum Gefäß.
#Festigungsgewebe: Libroformfasern, Fasertracheiden
#Speichergewebe: Holzstrahlenparenchymzellen, Längsparenchymzellen, Epithelzellen
Charakteristisch für Laubhölzer sind die in Nadelhölzern nicht vorhandenen Gefäße. Sie sind oft mit bloßem Auge als kleine Löcher im Holzquerschnitt und als Rillen im Tangentialschnitt zu erkennen. Man unterscheidet hier, je nach Anordnung dieser Tracheen, ringporige Hölzer (z. B. Eiche, Edelkastanie, Esche, Robinie, Ulme ...), halbringporige Hölzer (z. B. Nussbaum, Kirsche ...) und zerstreutporiger Hölzer (z. B.Birke, Erle, Linde, Pappel, Rotbuche, Weide ...).
Tropenholz
Weide]
Der Begriff Tropenholz ist eher unpräzise und nicht alternativ zu Laub- oder Nadelholz zu verstehen. Er bezeichnet aus mitteleuropäischer Sicht die in den tropischen oder subtropischen Regionen der Erde wachsenden Holzarten. Viele tropische Hölzer zeichnen sich durch vorteilhafte mechanische Eigenschaften und höhere Beständigkeit gegen Bewitterung, Insekten- oder Pilzbefall aus, oftmals wird auch die Farbe oder Maserung als ansprechend empfunden. Der Konsum von Tropenholz wurde in den Industrieländern seit den 1970er Jahren kritisch diskutiert, da der Bestand der tropischen Regenwälder unter anderem durch Raubbau gefährdet ist. Andererseits stellt Holz einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für viele tropische Länder dar und ist (wie auch in den gemäßigten Zonen) eine wichtige Einkommensquelle für die ländliche Bevölkerung.
Beispiele: Bangkirai, Bongossi, Abachi,Teak,Framiere
Verkernung
Als Splintholz bezeichnet man den Bereich des Stammes, der aktiv am Wasser- und Nährstofftransport teilnimmt.
Bei Splintholzbäumen (z. B. Bergahorn, Birke, Erle, Pappel, Spitzahorn, Weißbuche ...) ist es der ganze Stammquerschnitt. Er weist eine einheitliche Farbgebung auf.
Von der Verkernung von Holz spricht man, wenn die inneren Wasserleitbahnen des Stammes unterbrochen werden und die Zellen absterben. Dies geschieht bei Nadelhölzern durch Verschließen der Hoftüpfel und bei Laubhölzern durch eine Verthyllung und ein Füllen der Zelllumen. Danach werden Kerninhaltsstoffe gebildet und in die Zellwände eingelagert, was oft zu einer Erhöhung der natürlichen Dauerhaftigkeit führt. Ist der Kernbereich deutlich durch eine dunkle Färbung zu erkennen, spricht man von Kernholzbäumen (z. B. Eiche, Walnuss, Kiefer, Kirschbaum, Douglasie, Lärche, Robinie ...).
Wenn kein Farbunterschied zu erkennen ist, aber über den verringerten Feuchtigkeitsgehalt darauf geschlossen werden kann, dass der Innenbereich verkernt ist, spricht man von Reifholzbäumen (z. B. Fichten, Tanne, Linde, Birnbaum, Rotbuche ...).
Bei Kern-Reifholzbäumen (z. B. Esche, Ulme ...) ist der Kern farblich abgesetzt, gefolgt von einem Reifholzbereich, der ebenso wie der Kern nicht mehr am Nährstofftransport teilnimmt und einem äußeren Splintbereich.
Entstehung von Holz
Kern-Reifholzbäumen; 2 = Harzkanäle; 3 = Primäre Holzstrahlen; 4 = Sekundäre Holzstrahlen; 5 = Kambium; 6 = Holzstrahlen des Bastes; 7 = Korkkambium; 8 = Bast; 9 = Borke]]
Die Entstehung von Holzsubstanz findet in teilungsfähigen Zellen der Pflanze statt. Man unterscheidet hier zwei verschiedene Arten von Bildungsgeweben (Meristeme):
- Das Scheitelmeristem (Vegetationskegel) sorgt für das Längenwachstum (primäres Wachstum) an den Spross-, Zweig- und Wurzelspitzen.
- Das Kambium, welches sich zwischen Holz und Rinde befindet, sorgt für das Dickenwachstum (sekundäres Wachstum). Bei der Teilung einer Kambiumzelle entstehen zwei gleiche Zellen, von denen jedoch nur eine ihre Teilungsfähigkeit behält und zu einer neuen Initialzelle heranwächst. Aus der anderen wird eine Dauerzelle die sich noch ein- oder mehrmals teilt. Schließlich entsteht je nach Lage eine Bastzelle (Phloem), aus denen die Innenrinde und die daraus später entstehende Borke besteht, oder eine Holzzelle (Xylem). Hierbei ist zu beachten, dass die Zellteilung nach innen, also die Bildung von Holzzellen wesentlich öfter stattfindet und so der Rindenanteil am gesamten Stamm nur etwa 5-15 % beträgt. Nachdem sich die Dauerzelle ein letztes mal geteilt hat, findet eine Differenzierung der Holzzelle zu einer Leitungs-, Festigungs- oder Speicherzelle statt.
In unseren Breiten gibt es klimatisch bedingt vier Wachstumsphasen:
- Ruhephase (November-Februar)
- Mobilisierungsphase (März, April)
- Wachstumsphase (Mai-Juli): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind großlumig, dünnwandig und von heller Farbe und bilden das so genannte Frühholz.
- Depositionsphase (August-Oktober): Holzzellen, die in dieser Jahreszeit entstehen sind kleinlumig, dickwandig und von dunkler Farbe und bilden das so genannte Spätholz bzw. Herbstholz.
Durch dieses zyklische Wachstumsverhalten entstehen Jahresringe, die deutlich in einem Querschnitt durch einen Stamm erkennbar sind (siehe auch Dendrochronologie).
Bei manchen Bäumen entsteht ab einem Alter von etwa 20-40 Jahren im Inneren das Kernholz. Im Gegensatz zu dem Splintholz besteht es nur noch aus toten Zellen. Hier findet also keine Wasserleitung oder Speicherung von Nährstoffen mehr statt.
Aufbau der Zellwand
Bewegt man sich von außen in das Innere einer Holzzelle, durchschreitet man mehrere Schichten die zusammen die Zellwand bilden und unter einem Elektronenmikroskop erkennbar sind. Zwischen den Zellen befindet sich die Mittellamelle, die zusammen mit der Primärwand die so genannte Mittelschicht bildet. Danach folgt die Sekundärwand 1 (S1) und Sekundärwand 2 (S2), wobei die S2-Schicht die mächtigste und dominierenste ist. Die anschließende Tertiärwand (S3) wird von einer Warzenschicht bedeckt und bildet den Abschluss. Die einzelnen Schichten oder Lamellen bestehen aus Fibrillen (Mikrofibrillen), die wiederum aus Elementarfibrillen (Mizellen) gebildet werden. Elementarfibrillen sind Bündel aus mehreren Zellulosemakromolekülen, die aus 10 - 14.000 Glukosebausteinen bestehen und in eine Matrix aus Hemizellulosen und Lignin eingebettet sind und bilden amorphe und kristalline Bereiche. Das Quellen und Schwinden des Holzes bei Wasseraufnahme und Abgabe lässt sich durch die Orientierung dieser kristallinen Bereiche, in denen die Elementarfibrillen streng parallel verlaufen, dicht gepackt sind und eine Wassereinlagerung praktisch nicht stattfindet, in der dominaten S2-Schicht erklären. Hier sind diese Bereiche so gut wie parallel zur Stammachse angeordnet; amorphe Bereiche in denen deutlich mehr Wasser gebunden werden kann und das Volumen so vergrößert wird sind in radialer und tangentialer Stammrichtung also häufiger anzutreffen als in Stammlängsrichtung, in welcher das Holz deshalb 10 - 20mal weniger Quellungsverformungen aufweist. In der verhältnismäßig dünnen S1- und S3-Schicht verlaufen die kristallinen Bereiche orthogonal zu denen in der dicken S2-Schicht.
Einsatzbereiche
orthogonal
Wie jeder andere Werkstoff hat auch Holz seine Vor- und Nachteile. Unter ökologischem Gesichtspunkt ist die Reproduzierbarkeit sicherlich ein wichtiger Punkt, doch auch die leichte Bearbeitbarkeit und der damit verbundene niedrige Energiebedarf bei der Gewinnung sowie bei der Verarbeitung spielen hier eine wichtige Rolle. Wandert das Holz schließlich auf den Müll oder fallen bei der Produktion Abfälle an, kann es problemlos entsorgt werden. Im Idealfall kann es sogar kompostiert werden.
Lassen Begleitstoffe wie Holzschutzmittel, Lacke oder Leime dies nicht zu, ermöglicht moderne Rauchgasreinigung auch in diesen Fällen eine thermische Nutzung.
Aufgrund seines geringen Wärmeleitvermögens ist Holz ein hervorragendes Dämmmaterial (z. B. Faserdämmplatten, Balsa zur Isolation von Flüssiggastanks). Zudem ist Holz relativ resistent gegen Chemikalien, so wird Holz erst bei einem pH-Wert unter 2 oder über 9 angegriffen.
Zur Brandgefährlichkeit von Holzhäusern ist anzumerken, dass Holz bei großen Dimensionen als brandhemmend eingestuft ist, da auf seiner Oberfläche unter Feuereinwirkung eine Kohleschicht entsteht. Auch durch die Art der Bauweise und durch bestimmte Anstriche lässt sich die Widerstandsdauer einer Holzkonstruktion steigern. Die Gebäudestabilität sinkt im Brandfall langsam und abschätzbar durch die Abnahme der Masse. Bei Stahlkonstruktionen können dagegen hitzebedingte Verformungen zum plötzlichen Zusammenbruch führen, s. a. Weblink [http://www.pro-fertighaus.de/html/body_bau_lexikon.html]. Prinzipiell steht dem Bau selbst von Hochhäusern aus Holz nichts entgegen; dies ist aber aus statischer Sicht nur für die obersten Etagen überhaupt sinnvoll und aufgrund der Pflegeanfälligkeit (Holzschutzmittel) nicht ökonomisch.
Holzschutzmittel
Im Unterschied zu Metallen ist Holz elektrisch nicht leitfähig. Aus diesem Grund baute man in den dreißiger Jahren zahlreiche Sendetürme für Mittelwellensender aus Holz, wobei der Antennendraht im Innern des Turmes aufgehängt wurde. Mit Ausnahme des Sendeturms des Sender Gleiwitz wurden alle diese Bauwerke entweder am Ende des 2. Weltkriegs zerstört oder inzwischen abgerissen. Weiterhin nutzt die Deutsche Telekom AG in Brück zwei 54 Meter hohe Holztürme, die ohne Verwendung von Metallteilen hergestellt wurden. Diese dienen zur Aufnahme von auszumessenden Antennen. Durch die metallfreie Konstruktion der Türme ist ein ungestörtes Ausmessen der Antennendiagramme möglich.
Die Brennbarkeit kann natürlich auch als Nachteil ausgelegt werden. Ebenso können Wuchsmerkmale oder Holzfehler positiv wie negativ gewertet werden. Ein wesentlich größerer Nachteil von Holz ist seine Anfälligkeit gegenüber biotischen Faktoren, es kann also von z. B. Insekten, Pilzen oder Bakterien angegriffen werden und in seiner Substanz nachhaltig zerstört werden.
Über einen langen Zeitraum schädigt auch UV-Strahlung das Holz. Dabei reagiert das Lignin als Kittsubstanz und kann danach z. B. vom Regenwasser ausgespült werden. Zudem wird das Holz unter UV-Einwirkung grau wie Beton. Die Wirkung des Sonnenlichts ist auf die äußeren Schichten begrenzt, ihr kann durch Lackierung begegnet werden.
Ein weiterer Minuspunkt ist die hygroskopische Eigenschaft von Holz, d. h. es kann Wasser aufnehmen und abgeben. Die Holzfeuchtigkeit passt sich ihrem Umgebungsklima an. Diese Feuchtigkeitsänderungen unterhalb des Fasersättigungspunktes gehen mit Formänderungen einher (es quillt und schwindet), die auch noch abhängig von den drei anatomischen Grundrichtungen des Holzes sind. So schwindet Holz z. B. in tangentialer Richtung am meisten. Genaueres steht im Abschnitt Aufbau der Zellwand weiter oben.
Diese Nachteile lassen sich durch konstruktiven Holzschutz - die Anwendung oft alten Wissens, wie Holz zu verbauen ist - umgehen. Eine neue Möglichkeit, Holz gegen Feuchtigkeitseinflüsse unempfindlicher zu machen, ist der Thermoholz-Prozess.
Die langfristige Nutzung von Holz stellt einen über die natürliche Zersetzung hinausgehende CO2-Speicherung dar.
Zertifizierung
Im Zuge der Diskussion zur nachhaltigen Bewirtschaftung in den Tropen wurden angesichts des dort überwiegenden Raubbaus weltweit gültige Kriterien für eine nachhaltige Waldwirtschaft diskutiert und Siegel entwickelt, die zur Zertifizierung von ökologisch- und sozialverträglich produziertem Holz verwendet werden.
Das für die Tropen wichtigste Siegel wird vom Forest Stewardship Council (FSC) vergeben. In den gemäßigten Zonen ist dagegen PEFC von überwiegender Bedeutung. Beide Systeme sind hinsichtlich ihrer Kriterien neben den naturräumlichen Gegebenheiten an staatlichen Verwaltungseinheiten gebunden. 2 der bekanntesten Hölzer: Teak und Mahagoni
Holzmängel
Allgemein: Wuchsmerkmal
Hier: nur Rissbildungen:
Natürliche Mängel
- Frostrisse: Senkrechte Spaltung durch Zusammenziehen des Splintholzes bei großer Kälte
- Blitzrisse: verlaufen radial und weisen einen nachgedunkelten Rand auf
Trockenmängel
- Trockenrisse: Radialer verlauf von außen nach innen, radiale Schwindrisse
- Kernrisse: Verlauf von außen nach innen, durch überschnelle Austrocknung an der Schnittlänge beginnend
- Sternrisse: Wie Kernrisse, entstehen nach dem Fällen am Stammende
- Ringrisse: Im Kern- und Reifholz längs der Jahrringe entstehend
Zitate
- "Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter verbirgt sich eine Welt der Märchen und Wunder." - Theodor Heuss
Siehe auch
- Hölzer
- Holzmiete
- Forstwirtschaft
Literatur
- R. Bruce Hoadley: Holz als Werkstoff. O. Meier Verlag, Ravensburg 1990, ISBN 3473425605
- P. Niemz: Physik des Holzes und der Holzwerkstoffe. DRW-Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3871813249
- Wagenführ Holzatlas Fachbuchverlag Leipzig, Leipzig 1996, ISBN 3-446-00900-0
- H.H. Bosshard Holzkunde Teil 1-3 Birkhäuser Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3-7643-1328-5
- Paul Lehfeldt: Holzbaukunst[Reprint]. Reprint-Verlag Leipzig, Leipzig und Holzminden o.J., ISBN 3-8262-1210-X
- Anselm Spring, Maximilian Glas: Holz. Das fünfte Element. Frederking & Thaler, München 2005, ISBN 3-89405-523-5
- Udo Mantau, Jörg Wagner, Janett Baumann: Stoffstrommodell HOLZ: Bestimmung des Aufkommens, der Verwendung und des Verbleibs von Holzprodukten. Müll und Abfall 37(6), S. 309 - 315(2005),
Weblinks
- [http://www.regenwaldschutz.de/austausch.shtml Vergleich tropische/einheimische Hölzer]
- [http://www.holz-voegel.de/Holzer/holzer.html Liste verschiedenster Holzarten]
- [http://www.holzwurm-page.de/holzarten/abisz.htm Sammlung verschiedenster Holzarten mit Bildern]
- [http://www.hobbithouseinc.com/personal/woodpics/indextotal.htm Bildersammlung von Holzarten (englisch)]
- [http://www.pentol.ch/lexicon.asp?code=10 Holzlexikon]
- [http://www.uni-wuerzburg.de/mineralogie/palbot/teach/ringteach.html Linkverzeichnis zu Holzanatomie und Dendrochronologie (in Englisch)]
- [http://www.bfafh.de Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.holz.net Suchmaschine rund ums Holz]
- [http://www.tischlerlinks.de/links/Werkstoffe/ Ausführliche Linkliste Thema Holz]
- [http://www.infoholz.de Holzabsatzfonds, Absatzförderungsfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft]
- [http://www.informationsdienst-holz.de Informationsdienst Holz]
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz Verkieseltes Holz im Mineralienatlas]
- [http://www.holzcheck.at FSC Holzprodukt Datenbank]
ja:木材
!Holz
Kategorie:Biomasse
Kategorie:Forstwirtschaft
Tower von London
Der Tower of London ist ein im Mittelalter errichteter Komplex aus mehreren befestigten Gebäuden entlang der Themse, der als Festung, Waffenkammer (stronghouse), königlicher Palast und Gefängnis, insbesondere für Gefangene der Oberklasse, diente.
Außerdem waren dort die Münze, das Staatsarchiv, ein Waffenarsenal und ein Observatorium untergebracht. Bis zu Jakob I. wohnten alle englischen Könige und Königinnen zeitweise dort. Es war üblich, dass der Monarch vor dem Tag seiner Krönung im Tower übernachtete und dann in feierlichem Zug durch die Stadt nach Westminster ritt. Heute werden im Tower die britischen Kronjuwelen aufbewahrt, ferner eine reichhaltige Waffensammlung.
1078 ordnete Wilhelm der Eroberer an, den White Tower hier zu bauen. Er sollte die Normannen vor den Menschen der City of London aber auch London überhaupt schützen.
In den folgenden Jahrhunderten wurde die Festung ständig erweitert.
Sie wird von einem breiten Wassergraben umgeben. Ein Außenwall schützt die inneren Gebäude. In der Mitte des Geländes steht der mächtige „Weiße Turm“. Von weitem wirkt
er quadratisch, aber drei der Ecken bilden keine rechten Winkel und alle vier Seiten sind verschieden lang.
Die letzte bekannte Nutzung des Towers als Gefängnis war während des Zweiten Weltkriegs, der letzte Insasse war Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß. Heute ist der Tower eine Touristenattraktion, da in ihm die Britischen Kronjuwelen ausgestellt sind. Aber auch die Gebäude selbst, eine Waffensammlung und ein Rest der Stadtmauer der alten römischen Stadt Londinium ziehen die Besucher an. Aufgrund seiner historischen Bedeutung wurde der Tower 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.
Als Postkarten-Attraktion vielleicht sogar bekannter, aber geschichtlich und funktionell vollkommen unabhängig, ist die benachbarte, nach dem Tower benannte Tower Bridge, die nach achtjähriger Bauzeit 1894 fertiggestellt wurde.
Berühmte Insassen
Der erste Gefangene im Tower, Ralf Flambard, Bischof von Durham, kam 1101 glimpflich davon. Ein in einem Weinfass verstecktes Seil ermöglichte ihm die Flucht über die Mauern; die Wachen lagen im Vollrausch, hatte der Bischof ihnen doch freimütig vom Rebensaft angeboten.
Während des Hundertjährigen Krieges 1339–1453 schmachteten an die 1.000 französischen Gefangenen in den weitläufigen Kellerverliesen.
Ceremony of the Keys
Der Tower von London wird jede Nacht um 22 Uhr abgeschlossen. Das dabei durchgeführte Ritual wird "Ceremony of the Keys" (Schlüssel-Zeremonie) genannt und kann von Touristen nach vorheriger Anmeldung mitverfolgt werden. Genau um 7 Minuten vor 22 Uhr verlässt der "Chief Warder" (der Leiter der der historischen Wächtertruppe der Beefeater) mit einer Laterne in der einen und den Tower-Schlüsseln (The Queen's Keys) in der anderen Hand, den Byward Tower und begibt sich feierlichen Schrittes entlang der Water Lane zum Traitor's Gate (Verrätertor), wo ihn eine Eskorte regulärer Soldaten erwartet.
Der Chief Warder übergibt die Laterne an einen der Soldaten und er und die Eskorte marschieren zum äußeren Tor. Von allen Wachen, die sie auf dem Weg passieren, werden die Schlüssel mit einer Salutierung gegrüßt. Nachdem das äußere Tor verschlossen wurde, werden im Anschluss noch die Eichentore des Middle Tower und des Byward Tower verschlossen. Danach geht die Truppe über die Water Lane zurück Richtung Traitor's Gate, wo im Schatten des Durchgangs zum Bloody Tower ein Wachposten die Ankunft erwartet.
Bei Annäherung ruft der Wachposten laut "Who goes there?" (Wer geht da?), worauf der Chief Warder ebenfalls laut antwortet "The Keys." (Die Schlüssel.). Darauf erfolgt eine zweite Frage des Wachpostens: "Whose Keys?" (Wessen Schlüssel?) und erhält zur Antwort "Queen Elizabeth's Keys." (Königin Elizabeths Schlüssel.). Danach gibt der Wachposten mit dem Ausspruch "Pass Queen Elizabeth's Keys. All's well." (Königin Elizabeths Schlüssel passieren. Alles in Ordnung.) den Weg frei. Die Truppe marschiert durch den Torweg die Stufen hinauf, wo die restliche Wachmannschaft angetreten ist. Nach dem Halt der Truppe, werden die Waffen präsentiert, der Chief Warder lüftet seinen Tudor-Hut und ruft "God preserve Queen Elizabeth." (Gott schütze Königin Elizabeth.), worauf die Wachen antworten "Amen". Um Schlag 22 Uhr von Big Ben wird die Zeremonie mit dem Zapfenstreich eines Trompeters beendet.
Dies ist die älteste, durchgängig durchgeführte Zeremonie weltweit.
Teilnahme als Zeuge
Besucher können an der Ceremony of the Keys kostenfrei teilnehmen, benötigen aber einen Passierschein, um als Zeugen an der Zeremonie teilnehmen zu können. Diese kostenfreie Karte muss ca. sechs bis acht Wochen - besser drei Monate - vor dem Wunschtermin bei
The Ceremony of the Keys, Waterloo Block, HM Tower of London, London, England EC3N 4AB
angefordert werden. Wichtig ist, dass die Namen der Zeugen angegeben werden und ein internationaler Antwortschein oder frankierter Rückumschlag beiliegt. Die Teilnehmer müssen sich um 21:30 Uhr am Haupteingang des Towers einfinden. Kameras und Mobiltelefone müssen während der Zeremonie ausgeschaltet sein.
Sonstiges
Der englische Schriftsteller Edgar Wallace machte in seinem Kriminalroman "Das Verrätertor" (Traitor's Gate) die Zeremonie zu einem zentralen Punkt bei einem Versuch, die Kronjuwelen zu stehlen (verfilmt 1964 im Rahmen der deutschen Edgar-Wallace-Filme).
Der Tower ist durch die Station Tower Hill der London Underground erreichbar, ebenso durch den Bahnhof Fenchurch Street und die Station Tower Gateway der Docklands Light Railway.
Literatur
- Edward Impey and Geoffrey Parnell: The Tower of London. The official illustrated history, London : Merrell 2000, 128 S., ISBN 1-85894-106-7
Weblinks
- [http://www.tower-of-london.com/ Inoffizielle Website des Tower of London] (englisch)
London, Tower
London, Tower
London, Tower
Kategorie:Museum (London)
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Palast in London
Kategorie:Sehenswürdigkeit in London
ja:ロンドン塔
nb:Tower of London
Samuel Pepys
Samuel Pepys // ( - 23. Februar 1633 in London; † 26. Mai 1703 in Clapham bei London) war Staatssekretär im britischen Marineamt, Präsident der Royal Society und Abgeordneter des englischen Unterhauses, wurde der Nachwelt aber vor allem als Tagebuchautor und Chronist der Restaurationsepoche unter König Karl II. von England bekannt.
Leben
Pepys wurde in die Zeit hineingeboren, in der die Kämpfe zwischen dem immer selbtbewusster auftretenden englischen Parlament und dem nach absolutistischer Herrschaft strebenden Stuart-Königtum eskalierten, in die Zeit des auftstrebenden Bürgertums und des beginnenden Kapitalismus.
Er selbst verkörpete dieses neue Bürgertum, das sich in seiner Lebensart am Adel zu orientieren suchte, seine Welt aber zunehmend durch eigene Vorstellungen von Ehre, Religiosität und Moral, von arbeitsamer Rechtschaffenheit und Gewinnstreben prägte. Die teils gewollte, teils unfreiwillige Komik von Pepys' Tagebuch geht auf die Diskrepanz zurück zwischen seinen Anfängen als prüder, lustfeindlicher Puritaner und seiner Verführbarkeit durch die barocken Genüsse der Ära Karls II., die er bald in vollen Zügen genoss. Vom Anhänger Cromwells wandelte er sich schließlich zum überzeugten Tory.
Herkunft und Jugend
Samuel Pepys war das älteste der vier überlebenden von insgesamt elf Kindern des Schneiders John Pepys und dessen Frau Margaret. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen, hatte aber wohlhabende und einflussreiche Verwandte in der Familie Montagu. Diese gehörte dem Landadel an; ihr Gut Hinchingbroke lag in Huntingdonshire, der Grafschaft, der auch Cromwell entstammte. Als 1642 der Bürgerkrieg ausbrach, schickte John Pepys seinen neunjährigen Sohn dorthin zu seinem Bruder Robert, der als Gutsverwalter der Montagus arbeitete. Wahrscheinlich wurden die reichen Verwandten schon damals auf den jungen Samuel aufmerksam und ließen ihm eine gute Ausbildung angedeihen - zunächst an der Lateinschule in Huntingdon, dann in der streng puritanisch geprägten St. Paul's School in London und schließlich ab 1650 an der Universität Cambridge. Sein Studium beendete Pepys 1653 mit einem Bakkalaureusgrad, erhielt aber 1660 gegen eine Geldzahlung nachträglich den Magistertitel zugesprochen.
Möglicherweise war Pepys seinem acht Jahre älteren Vetter Edward Montagu, dem späteren Lord Sandwich, schon als Kind erstmals begegnet. Dieser hatte sich im Bürgerkrieg an der Seite Cromwells ausgezeichnet und bekleidete während der Republik hohe Staatsämter. Im ersten englisch-holländischen Seekrieg war er Oberbefehlshaber der Flotte. Nachdem Pepys sein Studium beendet hatte, stellte Montagu ihn als eine Art Privatsekretär ein. Als Protegé seines Vetters begann Pepys Aufstieg im Staatsdienst. Offenbar lebte er schon 1655 in halbwegs gesicherten Verhältnissen, die ihm eine damals eher seltene Liebesheirat mit einer sieben Jahre jüngeren, weitgehend mittellosen Frau ermöglichte: Die damals erst 15-jährige Elisabeth war die Tochter eines verarmten französischen Hugenotten.
Karriere
Gefördert von Edward Montagu, stieg Pepys im Laufe der Jahre zum Leiter der "Beschaffungsabteilung" im Marineamt auf. Da England sich zu dieser Zeit auf die Auseinandersetzung mit Holland um die Vorherrschaft auf den Weltmeeren vorbereitete, war dies eine einflussreiche Position, die ihm viele Gelegenheiten zu "Nebeneinnahmen" bot. Pepys sprach Spanisch, Italienisch und Französisch und interessierte sich für Theater, Literatur, Musik und Wissenschaften. So wurde er auch Mitglied der Royal Society und erlebte dort Vorträge und Experimente der zeitgenössischen Forscher; 1684-1686 war er Präsident der Royal Society. Zu seinem großen Bekanntenkreis gehörten unter anderem der Physiker Isaac Newton und der Dichter John Evelyn.
Das geheime Tagebuch
Samuel Pepys war wenige Jahre nach seinem Tod nur noch Spezialisten für britische Marinegeschichte bekannt. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er erst ein Begriff, nachdem 1818 in der von ihm testamentarisch gestifteten Bibliotheca Pepysiana an der Universität Cambridge sein 3.100 Seiten umfassendes Tagebuch entdeckt wurde.
Inhalt
Darin hatte er all seine Erlebnisse vom 1. Januar 1660 bis zum 31. Mai 1669 festgehalten, als er die täglichen Notizen wegen eines Augenleidens beendete. Der besondere Reiz des Werks besteht darin, dass sein Autor Staatsaktionen am Hof und im Marineamt ebenso abhandelt wie alltägliche Erlebnisse. Die Krönungsfeierlichkeiten für den aus dem Exil zurückgekehrten König Karl II. stehen neben Schilderungen von Pepys' Liebschaften und den Streitereien mit seiner Frau Elisabeth, Betrachtungen über Krieg und Außenpolitik gleich neben Berichten über Theaterbesuche, Lektüre, Klatsch und Tratsch, Stimmungen im Volk, Moden, Speisepläne, Preise usw.
Pepys' Tagebuch erlaubt damit einen unverstellten Blick auf den Alltag im London des ausgehenden 17. Jahrhunderts und ist zugleich eine herausragende Quelle zu bedeutenden Ereignissen seiner Zeit, etwa zur Wiederherstellung der Monarchie nach dem Tod Cromwells, zur Pestepidemie von 1665 oder zum Großen Brand von London im Jahr darauf.
Editionsgeschichte
Pepys machte seine geheimen Aufzeichnungen in Kurzschrift und hielt die Tagebücher zu seinen Lebzeiten streng unter Verschluss. Er ließ sie jedoch binden und seiner 3000 Bände umfassenden Bibliothek einverleiben, die sein Erbe aufgrund einer testamentarischen Verfügung von Pepys seinerseits der Universität Cambridge vermachen musste. Dort wurden die Tagebücher 1818 entdeckt; 1825 gelang es dem Theologiestudenten John Smith Pepys' Kurzschrift zu entziffern. Bereits die erste, von Lord Baybrook eher nachlässig besorgte auszugsweise Edition stieß auf großes Interesse der englischen Leserschaft. Erst Ende des 19. Jahrhunderts brachte Henry Benjamin Wheatley eine Standardausgabe des gesamten Werks in 10 Bänden heraus.
Die heute maßgebliche Ausgabe ist die Latham & Matthews Edition. Sie wurde zwischen 1970 und 1983 von Robert C. Latham, Pepys-Bibliothekar am Magdalene College in Cambridge, und William Matthews, Professor für Englische Literatur an der University of California, Los Angeles, herausgegeben. Sie umfasst elf Bände, darunter ein Begleitband (Band X) und ein Registerband (Band XI). Die ersten neun Bände enthalten je ein Jahr der Tagebücher.
Werksausgaben
Englisch
- Memoirs of Samuel Pepys, Esq. F.R.S. Secretary to the Admiralty in the Reigns of Charles II. And James II. Comprising His Diary from 1659 to 1669, Deciphered By the Rev. John Smith, A.B. From the Original Shorthand Ms.. – London : Simpkin, Marshall, Hamilton, Kent & Co., [1825]; zwei Bände (die stark gekürzte Erstausgabe, herausgegeben von Richard Griffin-Neville, Lord Braybrooke)
- The Diary of Samuel Pepys. – Cambridge 1893–1899 (10 Bände, herausgegeben von Henry B. Wheatley
- The Diary of Samuel Pepys : A New and Complete Transcription. – London : Bell & Hyman, 1970–1983 (11 Bände, herausgegeben von Robert Latham und William Mattews)
The Diary of Samuel Pepys: A New and Complete Transcription
- Band I: Introduction and 1660. ISBN 0713515511
- Band II: 1661. ISBN 071351552X
- Band III: 1662. ISBN 0713515538
- Band IV: 1663. ISBN 0713515546
- Band V: 1664. ISBN 0713515554
- Band VI: 1665. ISBN 0713515562
- Band VII: 1666. ISBN 0713515570
- Band VIII: 1667. ISBN 0713515589
- Band IX: 1668-9. ISBN 0713515597
- Band X: Companion. ISBN 0713519932
- Band XI: Index. ISBN 0713519940
Deutsch
- Das geheime Tagebuch. - Leipzig: Insel Verlag Anton Kippenberg, 1980 (hg. von Anselm Schlösser, übertragen von Jutta Schlösser), als Lizenzausgabe erschienen in Frankfurt am Main: Insel Verlag, 1982 ISBN 3-458-32337-6
- Die geheimen Tagebücher. - hg. Frankfurt am Main: Eichborn, 2004 (hg. von Volker Kriegel und Roger Willemsen, übersetzt von Georg Deggerich) ISBN 382183742X
Beide einbändigen deutschen Ausgaben beruhen auf einer Auswahl aus der Latham & Matthews Edition.
Literatur
- Arthur Bryant: Pepys : The Man in the Making 1663–1669. – Cambridge : Cambridge University Press, 1933; ISBN 0586064702
- ders: Pepys : The Years of Peril 1669–1683. – Cambridge : Cambridge University Press, 1935; ISBN 0586064710
- ders: Pepys : The Saviour of the Navy 1683–1689. – Cambridge : Cambridge University Press, 1938; ISBN 0586064729
- Richard Ollard: Pepys : A Biography. – London : Hodder & Stoughton, 1974; ISBN 0192814664 (etwa zeitgleich mit der Latham-Matthews-Ausgabe erschienen, profitiert das Werk vom profunden Fachwissen des Autors über die Zeit der Stuart-Restauration)
- Claire Tomalin: Samuel Pepys : The Unequalled Self. – London : Viking/Penguin, 2002; ISBN 0670885681 (mit dem Whitbread-Preis für die beste Biographie des Jahres 2002 ausgezeichnet)
Weblinks
-
- [http://www.pepys.info Netzseite des BBC (Englisch)]
- [http://www.pepysdiary.com The Diary of Samuel Pepys.] Die Tagebücher in Form eines Blogs; 2003 von der Zeitung The Guardian als bestes britisches Blog ausgezeichnet. Basiert auf der Wheatley-Edition von 1893–99.
- [http://www.unterstein.net/su/docs/PepysDia.zip The Concise Pepys.] (zipped PDF, 1.4 MB, 408 A4-Seiten, engl.) Lord Braybrookes Edition (1825) von Samuel Pepys’ Tagebuch.
Pepys, Samuel
Pepys, Samuel
Pepys, Samuel
Pepys, Samuel
Pepys, Samuel
Pepys, Samuel
London Bridge
Die London Bridge ist eine Brücke über die Themse und verbindet die City of London mit Southwark. Bis zur Eröffnung der Westminster Bridge im Jahr 1750 war sie die einzige Brücke über die Themse
Geschichte
Seit über 2000 Jahren existiert nahezu an der gleichen Stelle eine Brücke über die Themse. Die erste Brücke wurde im Jahre 46 n. Chr. von den Römern gebaut. Nach dem Abzug der Römer verfiel die Brücke. Vermutlich wurde sie aber mehrfach repariert oder neu errichtet. Im Jahr 1014 wurde die Brücke von König Aethelred niedergebrannt um die angreifenden Truppen des Dänen Sven Gabelbart zu teilen. Die anschliessend neu errichtete Brücke wurde 1091 durch ein Unwetter und abermals durch ein Feuer im Jahr 1136 zerstört.
Old London Bridge
Nach der Zerstörung im Jahr 1136 schlug Peter de Colechurch vor eine Brücke aus Stein zu errichten. William Rufus erhob eine spezielle Steuer, um den Bau zu finanzieren. Der Bau der Brücke wurde während der Herrschaft von Henry II. unter der Aufsicht von Peter de Colechurch im Jahr 1176 begonnen. Der Bau dauerte Jahre und wurde 1209, vier Jahre nach dem Tod von Peter de Colechurch, unter der Herrschaft von König John, abgeschlossen.
John hatte die Idee auf der Brücke Häuser zu errichten. Bald darauf entstanden Geschäfte, Häuser und sogar eine Kapelle auf der Brücke. Die Kapelle war Thomas à Becket geweiht. Zeitgenössische Bilder zeigen die Brücke mit bis zu sieben Stockwerke hohen Häusern.
Die Brücke galt bis in das 18. Jahrhundert als eigener Stadtbezirk mit eigenem Bezirksvorstand.
Die mittelalterliche Brücke bestand aus 19 kleinen Bögen und einer Zugbrücke mit Wachhaus auf jeder Seite. Durch die geringe Größe der Bögen wurden 80% des Flusslaufes gestaut. Zusätzlich befanden sich vier Wasserräder unter der Brücke die beiden Wasserräder unter den nördlichen Bögen wurden zum Betrieb von Wasserpumpen verwendet. Mit den beiden Wasserrädern am Südende der Brücke wurden Getreidemühlen betrieben. Durch den Stau entstand ein Pegel von ungefär zwei Metern auf beiden Seiten der Brücke und daraus resultierend entsprechende Stömungen und Strudel. Es galt als gefährlich und schwierig ein Boot unter der Brücke durchzusteuern.
Das nördliche Tor, das sogenannte New Stone Gate wurde im Jahre 1577 durch das Nonesuch House ersetzt. Das südliche Tor, das Stone Gateway wurde zu der berühmt-berüchtigtsten Sehenswürdigkeit Londons. Die Häupter von Verrätern wurden auf Lanzen gespießt dort ausgestellt. Zum Schutz vor der Witterung wurden Sie geteert. In dem Jahr 1305 wurde als erster der Kopf von | | |